Gemeinsam gegen Gentechnik

- Landwirtschaftliche Verbände warnen vor verändertem Saatgut - Antrag im Kreistag

Ascholding - "Da kommt was auf uns zu, das wir kaum steuern können", warnte der Ascholdinger ÖDP-Kreisrat Michael Müller vor der Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut in der Landwirtschaft. In einer Versammlung der landwirtschaftlichen Kreisverbände am Sonntag im Gasthaus Lacherdinger in Ascholding forderte Müller die Verbraucher auf, mit Landwirtschaft, Gaststätten und handwerklichen Verarbeitern wie Bäckern und Metzgern gegen das neue Gentechnikgesetz vorzugehen. Wie berichtet wollen diverse Organisationen eine Gentechnikfreie Zone Tölzer Land schaffen.

Die Ablehnung genmanipulierter Produkte müsse "von unten auf wachsen", meinte auch Thomas Schuhbauer vom Kreisverband der Imker. Johann Korntheuer von der Katholischen Landvolkbewegung wies darauf hin, dass es bereits in vielen bayerischen Landkreisen Verpflichtungserklärungen der Bauern gebe, keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel zu erzeugen. Um Druck auf die Politik auszuüben, habe der Bayerische Bauernverband (BBV) ein entsprechendes Vertragsformular ausgearbeitet, das die Landwirte unterschreiben könnten, ergänzte Bauernverbands-Kreisobmann Isidor Fischhaber.

Für das größte Problem hielten es die Anwesenden, dass laut EU-Bestimmungen Viehfutter von der neu eingeführten genetischen Zertifizierung ausgenommen ist. Deshalb drängten etwa Selbstvermarkter Josef Gebhardt und Bauernmarkt-Vertreter Georg Lindmeyr darauf, das Bemühen um die Beschaffung gentechnikfreier Futtermittel in die Verpflichtungsverträge für die Bauern des Landkreises aufzunehmen. Außerdem stimmten alle versammelten Verbandsvertreter einschließlich des Demeter-Kreisverbands (Nikolaus Mair) und der Schafhaltervereinigung (Hans Kellner) für einen Antrag für die kommende Kreistagssitzung. Dieser soll per Beschluss die Gentechnikfreie Zone Tölzer Land unterstützen, indem er alle landwirtschaftlichen Grundbesitzer auffordert, auf den Anbau genveränderter Organismen zu verzichten. red

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