Das von der Enex Power Germany gepachtete Grundstück mit Bohrplatz gegenüber vom Geltinger Tierheim (links unten im Bild) wird vorerst nicht für geothermische Zwecke genutzt.
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Alles bleibt so, wie es ist: Das von der Enex Power Germany gepachtete Grundstück mit Bohrplatz gegenüber vom Geltinger Tierheim (links unten im Bild) wird vorerst nicht für geothermische Zwecke genutzt.

Warten auf Genehmigung – Was wird aus dem „Buchberger Zipfel“?

Geothermie in Gelting: Ball liegt beim Bergamt

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Wieder heißt es warten in Sachen Geothermie - und zwar auf die Genehmigungen, damit es weitergehen kann auf dem Hofgut Breitenbach.

Gelting – Der Standort am Tierheim ist aus dem Rennen. Und ehrlich gesagt ist es auch die bessere Lösung. Denn auf dem Hofgut Breitenbach müssen keine Bäume gefällt werden, und es lassen sich dort beide Geothermieprojekte verwirklichen. Sobald das Forschungsprojekt „Zokrates“ des Bundeswirtschaftsministeriums abgeschlossen ist, übernehmen die Kanadier – sofern alle Genehmigungen vorliegen. Daran werde fleißig gearbeitet, sagt Dr. Robert Straubinger, Geschäftsführer der Enex Power Germany.

Rückblick: Wie berichtet war der Geretsrieder Stadtrat im vergangenen Jahr von den Plänen der beiden Partner Enex und Eavor aus Kanada für das Grundstück am Geltinger Tierheim wenig angetan. Der „Buchberger Zipfel“ hätte auf einer Fläche von etwa 9000 Quadratmetern gerodet werden müssen. Auch der Schallschutz wäre ein Problem gewesen. Schließlich wurde geprüft, ob sich der Eavor-Loop, eine Anlage, die einer Fußbodenheizung ähnelt, auch auf dem zweiten Geothermie-Standort, dem Hofgut Breitenbach bauen lassen könnte. „Das setzt voraus, dass mit zwei Bohranlagen gleichzeitig gearbeitet werden kann“, erklärt Enex-Geschäftsführer Straubinger. Die Fläche am Breitenbach mit insgesamt 15 Hektar sei dafür groß genug – benötigt werden etwa 2,5 Hektar. Doch der Untergrund sei nicht ideal. „Aber wir haben das hinbekommen“, ergänzt er. Im Dezember gab der Stadtrat schließlich seinen Segen für das Projekt.

Neun Monate Planung und einen niedrigen sechsstelligen Betrag habe man „in den Wind geschossen“, gibt der Geschäftsführer zu. Aber Teile der Planung könnten übernommen werden. „Tragischer ist der Zeitverlust“, so Straubinger. „Was ganz lange dauert, ist die bergrechtliche Genehmigung. Die ist aufwendig.“ Doch es gehe voran. Straubinger schätzt, dass der komplette Antrag in den nächsten zwei Wochen eingereicht ist. Mit einer Erlaubnis rechnet er zwischen August und November. Dann kann in die Tiefe gebohrt werden. Anschließend können die Eavor-Loops schlangenartig in der Erde verlegt werden. Darin wird Wasser eingebracht, das sich durch die Wärme im Untergrund erhitzt, und es wird Energie erzeugt.

Dr. Robert Straubinger

In der Zwischenzeit kann weiter am Forschungsprojekt „Zokrates“ gearbeitet werden. Dafür konnte laut Straubinger noch im Dezember die Genehmigungsplanung beim Bergamt eingereicht werden. Er schätzt, dass diese in drei Monaten durch ist, weil es sich nur um einen Zusatz zum bestehenden Hauptbetriebsplan handle. „Wir hoffen, dass wir im zweiten Quartal die operativen Arbeiten durchführen können.“ Nach acht Wochen sollten diese beendet sein. „Wir bohren ja nicht neu, sondern versuchen den Untergrund zu ertüchtigen“, erklärt der Experte. Es geht darum, einen Weg zu finden, die sogenannten Felsklüfte in dem 5700 Meter tiefen Bohrloch offenzuhalten. Diese verschließen sich aufgrund des hohen Drucks beim Abpumpen und verhindern, dass ausreichend heißes Wasser nach oben gefördert werden kann.

Die Idee der Forscher ist, Wasser und Sandkörner als Stützmittel in die Tiefe zu befördern, um die Klüfte offenzuhalten. Wenn sich die Fündigkeit wesentlich erhöht hat, könnte in 150 Meter Entfernung ein zweites Loch gebohrt werden, um die Klüfte miteinander zu verbinden. Und zwar dann, wenn Eavor seinerseits mit den Bohrarbeiten fertig ist, die in etwa 18 Monate in Anspruch nehmen werden. Denn parallel an beiden Projekten zu arbeiten geht nicht.

Für das Gelände am Tierheim gebe es derzeit keine Pläne. „Wir bleiben Pächter“, sagt Straubinger. „Aber was wir mit dem Grundstück machen, wissen wir selber noch nicht.“

nej

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