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Strahlende Gesichter an der Feuerwehrschule: (v. li.) Sven Geißler, Daniela Balbiani-Antony, Alexander Sebald, Thomas Emmerich, Michael Höhenberger, Andreas Lettner, René Mühlberger, Georg Dürr, Peggy Bork, Bianca Augustin, Andrea Schindler und Gudrun Lettner. 

Außergewöhnliches Engagement

Inklusion wird zur Normalität: Staatliche Feuerwehrschule erhält Auszeichnung

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Große Ehre für die Staatliche Feuerwehrschule (SFSG): Wegen seines  außergewöhnlichen Engagements, erhielt der Arbeitgeber für Menschen mit Behinderung eine Auszeichnung. Sechs der 75 Mitarbeiter haben ein Handicap. Die allgemeine Richtlinie liegt bei fünf Prozent - die SFSG überschreitet das deutlich.

Geretsried – Als Arbeitgeber für Menschen mit Behinderung ist die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried (SFSG) vom Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales mit dem Emblem „Inklusion in Bayern – wir arbeiten miteinander“ ausgezeichnet worden. Die SFSG stehe als Vorbild für außergewöhnliches Engagement, sagte Ministerialdirektor Michael Höhenberger. „Wir bräuchten mehr Arbeitgeber wie Sie.“

Sechs der 75 Mitarbeiter haben eine Behinderung

Unter den rund 75 Mitarbeitern in der SFSG sind sechs Menschen mit Behinderungen. „Das ist eine Quote von acht Prozent“, rechnete der Ministerialdirektor vor. Die allgemeine Richtlinie liege bei fünf Prozent. „Das überschreiten Sie deutlich.“

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Bianca Augustin und Andreas Lettner beispielsweise helfen in der Küche und sorgen für Sauberkeit. Sie füllen Seifenspender auf und wechseln Handtuchrollen. „Gerade in diesen Bereichen werden Qualitätsmängel äußerst sensibel wahrgenommen“, sagte Schulleiter René Mühlberger. An der SFSG übernachten pro Jahr 16 000 Lehrgangsteilnehmer, rund 70 000 Essen werden ausgegeben. Mitarbeiter, die ihre Aufgaben gewissenhaft und korrekt ausführen, seien wichtig. „In Bianca Augustin und Andreas Lettner haben wir diese gefunden“, sagte Mühlberger. Sie seien unverzichtbar.

Inklusion zur Normalität werden lassen

Der frühere Leiter der Feuerwehrschule, Dr. Christian Schwarz, hatte Andreas Lettner bereits vor zwölf Jahren eingestellt. Damit habe er einen Weg beschritten, „der Inklusion zur Normalität werden lässt“, würdigte Mühlberger die Verdienste seines Vorgängers. Als vorbildlich bezeichnete Ministerialdirektor Höhenberger auch die Zusammenarbeit mit den Oberland-Werkstätten (OLW). Ein OLW-Mitarbeiter ist von den Werkstätten an die Feuerwehrschule gewechselt, zudem wurde an der Schule ein OLW-Außenarbeitsplatz geschaffen.

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Oft seien es nur unsichtbare Barrieren, die einen Menschen mit Behinderung daran hinderten, am Arbeitsleben teilzunehmen, sagte Höhenberger. Der Freistaat habe gerade in jüngster Zeit mehrere Möglichkeiten geschaffen, um Arbeitgebern staatliche Unterstützung zu gewähren. „Das geht von der Beratung durch das Inklusionsamt über die Förderungen bei Ausbildung und Beschäftigung bis hin zu einem Budget, mit dem wir Menschen mit Handicap den Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtern.“

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Zudem erhalten Arbeitgeber einen Lohnkostenzuschuss, mit dem eine etwaige Leistungsminderung der Beschäftigten ausgeglichen werden soll. Bestimmte Programme förderten zudem den Übergang von Werkstatt-Beschäftigten in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Bemühungen tragen laut Höhenberger Früchte: Ein erster Rückgang bei den Arbeitslosen mit Behinderung konnte erreicht werden.

sh

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