zerstörte brunnenfigur karl-lederer-platz - No Model-Release! No Property-Release! Foto Sabine Hermsdorf
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Abgebrochene Frauenstatue: Die mittlere der drei Wasserträgerinnen, die seit Anfang der 1960er Jahre am Karl-Lederer-Platz stehen, ist in der Nacht auf Freitag schwer beschädigt worden. Ob sie je wieder aufgestellt werden kann, ist fraglich.

Brunnenfiguren beschädigt

Sinnlose Zerstörungswut am Karl-Lederer-Platz

  • Sabine Schörner
    VonSabine Schörner
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Geretsried -  Unbekannte Vandalen haben in der Nacht auf Freitag eine der drei Brunnenfiguren am Karl-Lederer-Platz umgeworfen. Ob das zerstörte Kunstwerk wieder aufgestellt werden kann, ist fraglich.

Bürgermeister Müller war fassungslos, als er gestern Morgen von dem Akt der Zerstörung erfuhr. Seit Anfang der 1960er Jahre haben die drei Wasserträgerinnen ihren festen Platz auf dem Karl-Lederer-Platz. Erst standen sie am Brunnen in der Mitte des Platzes. Mit dem Umbau der Innenstadt vor zehn Jahren wurden sie an den neuen künstlichen Bachlauf versetzt. 

Erschaffen hat die Figuren der aus Karlsbad stammende Bildhauer Prof. Wilhelm Srb-Schloßbauer. Er lebte und wirkte ab 1953 in Geretsried. Nach seinem Tod 1972 wurde der Künstler auf dem Waldfriedhof beigesetzt. Schloßbauers Werke sind zu einem Symbol der Stadt geworden – eine weitere Statue steht am Neuen Platz.

"Anschlag auf die Identität von Geretsried"

Bürgermeister Müller spricht deshalb auch von einem „Anschlag auf die Identität von Geretsried“. Er hat gestern persönlich bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. „Wir werden mit aller Härte dagegen vorgehen“, sagt er. „Das ist kein Kavaliersdelikt mehr, kein Dummer-Jungen-Streich. Da hört sich jeder Spaß auf.“

Die drei Wasserträgerinnen waren bereits für den Winter eingehaust. Dass eine Sturmböe die mittlere Figur umgeworfen haben könnte, lässt sich nach einer Überprüfung ausschließen. Laut Müller gibt es Fußspuren am Tatort. Auch das Ausmaß der Zerstörung lässt darauf schließen, das hier rohe Gewalt angewendet wurde. Die Frauenstatue ist an den Füßen abgebrochen, der Torso ist in zwei Teile zerbrochen. „Es ist fraglich, ob wir die Figur überhaupt wieder aufstellen können“, sagt der Bürgermeister. Der materielle Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 5000 Euro. Schwerer aber wiegt der immaterielle Schaden. „Der ist unersetzbar.“

Jährlich 50.000 Euro Vandalismus in Geretsried

Für den Bürgermeister ist mit diesem Anschlag das Maß voll. Er hat sich gestern eine Aufstellung geben lassen, was die Zerstörungswut die Stadt jedes Jahr kostet. Demolierte Spielgeräte, angezündete Tornetze, zertrümmerte Bänke – in der Summe belaufen sich die Schäden jedes Jahr auf 30 000 bis 50 000 Euro. Auch wenn es schwer wird, will der Rathaus gegen den Vandalismus entschieden vorgehen. „Ich halte nichts von Videoüberwachung und Sicherheitsdiensten“, sagt Müller. Er setzt stattdessen auf „Prävention, Intervention und Information“.

Zu diesem Zweck will er das Gespräch mit Multiplikatoren wie Schulen, Elternkreisen und Jugendarbeit suchen. „Es geht auch darum, die Bürger zu sensibilisieren, Courage zu zeigen und gegen den Vandalismus aufzustehen.“ Im Fall der Brunnenfigur hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Wer in der Nacht etwas beobachtet hat oder Hinweise auf die Täter geben kann, soll sich unter Ruf 0 81 71/9 35 10 melden.

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von Sabine Schörner

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