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"Der Schriftzug gibt Geretsried ein Gesicht“: Der 27-jährige Sebastian Steinbeis kämpft via Facebook für den Erhalt der Buchstaben.

"Daumen hoch" für den Schriftzug

Facebook-Initiative zum Erhalt der "Hollywood-Kurve"

Geretsried - Über 800 Mal „Daumen hoch“ – und das in nicht einmal 36 Stunden. Mit einer Seite in Facebook will Sebastian Steinbeis (27) den Geretsried-Schriftzug in der Hirthkurve retten. Unterstützer findet er im Sekundentakt.

Alles begann am Dienstagabend. Auf Merkur Online erfuhr Sebastian Steinbeis, dass das Landratsamt die Stadt Geretsried aufgefordert hat, den Schriftzug an der B11 verschwinden zu lassen. Seine erste Reaktion: „Ich war sauer.“ Nicht nur er. Hunderte Nutzer machten auf den Online-Portalen unserer Zeitung ihrem Ärger Luft. Im Sekundentakt hagelte es kritische Kommentare wie „Unglaublich“ oder „So ein bürokratischer Blödsinn“.

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Steinbeis, Schriftzug-Fan der ersten Stunde, schlief eine Nacht darüber und entschied am nächsten Morgen, gegen die Entscheidung zu demonstrieren. „Total spontan“, wie er sagt, erstellte der junge Mann im sozialen Netzwerk Facebook eine Seite mit dem Namen „Hollywoodkurve Geretsried“. „Das war um 8 oder 9 Uhr, kurz bevor ich in die Arbeit gefahren bin“, erinnert sich der junge Mann. Zehn seiner virtuellen Freunde habe er eingeladen, die Seite mit „Gefällt mir“ zu markieren. Und schon während der Autofahrt stand sein Smartphone keine Sekunde mehr still. „Das war ein Dauervibrieren“, sagt er. Jedes Mal, wenn ein neuer „Fan“ dazukommt, schickt Facebook dem 27-Jährigen eine E-Mail auf sein Handy.

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Ein Ende war nicht in Sicht, fast minütlich warf Steinbeis während der Arbeit einen Blick auf sein Telefon. Und mit jeder Minute wuchs die Zahl der Fans. Handy am Arbeitsplatz? „Mein Chef ist da locker“, scherzt Steinbeis. Sein Boss stehe voll hinter der Idee. „Er hat mir sogar Tipps gegeben, was ich noch besser machen kann,“ erzählt er weiter. Mit Facebook habe der Geretsrieder bisher nämlich nicht viel am Hut gehabt.

17 Uhr, Feierabend. Mehr als 500 Fans haben sich mittlerweile der Protestbewegung angeschlossen. Fünf Stunden später waren es bereits 700. Seine Initiative verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Für den rasanten Anstieg hat Steinbeis eine Erklärung: „Das ist ein Zeichen, dass die Leute das Thema interessiert.“ Unter dem Support befindet sich auch lokale Prominenz. Robert Lug, Dritter Bürgermeister von Geretsried, schreibt auf Facebook: „Dass wir nicht aufgeben, ist ja wohl klar.“ Auch Bürgermeisterkandidat Michael Müller und Landratskandidatin Sabine Lorenz trugen die „Hollywood-Kurve“ raus in die weite Internetwelt.

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Auf die Frage, wie es nun weitergeht, antwortet Steinbeis: „Das mache ich davon abhängig, wie Stadt oder Landratsamt reagieren.“ Landrat Josef Niedermaier habe er schriftlich kontaktiert, um ihn zu überzeugen, die Buchstaben an Ort und Stelle stehen zu lassen. Auch in eine Online-Petition habe sich Steinbeis bereits eingetragen. Dass die zum Erfolg führt, bezweifelt er aber. Knapp 100 Bürger haben sich bis gestern Abend eingetragen. 5000 Unterschriften sind nötig. Über einen Alternativstandort für die Buchstaben denkt Steinbeis übrigens nicht nach. „Das ist keine Option.“

Alessandro Capasso

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