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Der Bau des interkommunalen Hallenbads schreitet voran. Die Vereine wollen jetzt von der Stadt geklärt haben, wer das Bad zu welchen Zeiten nutzen darf und was dafür zu bezahlen ist.

Diskussionsrunde „Wo drückt der Turnschuh?“

Interkommunales Hallenbad: Gerangel um künftige Belegung

Das interkommunale Hallenbad ist noch gar nicht eröffnet, da gibt es schon Ärger. Die Sportvereine fordern ein Belegungs- und Gebührenmanagement.

Geretsried – Zum elften Mal hatte der Sportreferent des Stadtrats, Wolfgang Werner, am Mittwochabend Vereinsfunktionäre und interessierte Bürger zur Diskussionsrunde „Wo drückt der Turnschuh?“ ins Rathaus eingeladen. Den 22 Teilnehmern lag vor allem die künftige Nutzung des interkommunalen Hallenbads am Herzen. Der Ortsvorsitzende der Deutschen Lebensrettungsgellschaft (DLRG), Maiko Alpers, und der Vorsitzende des Wasserball- und Schwimmvereins (WSV), Uwe Röhler, monierten, dass sowohl die Höhe der Nutzungsgebühren als auch die Belegungszeiten noch ungewiss sind.

Wolfgang Werner ist Sportreferent des Stadtrats.

„Wir brauchen Planungssicherheit, haben aber von der Stadtverwaltung bisher keine Auskunft bekommen“, berichtete Röhler. Er befürchtet eine enorme Erhöhung der bisherigen Gebühren, die den WSV in arge finanzielle Nöte bringen und sogar den Fortbestand des Vereins gefährden könnten. Schwimmtrainerin Terke Stapf glaubt zudem, dass es bei der Belegung des Bads zu Engpässen kommen wird. „Schulen, Vereine, Volkshochschule: Alle wollen hier rein“, erklärte sie. Da das Hallenbad schon zu Beginn des neuen Schuljahres im September eröffnet werden soll, dränge die Zeit. „Da muss schon in den nächsten vier Wochen was passieren“, forderte sie.

Diskussionsleiter Werner erinnerte daran, dass die Stadtwerke das Bad betreiben werden. Er will das Belegungs- und Gebührenmanagement bereits in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport am 10. März auf die Tagesordnung bringen. Werner: „Das Thema muss in den Stadtrat: Da können wir nicht bis zum Sommer warten.“

Renato Wittstadt, Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverbands, empfahl dem Sportamt der Stadt, schon jetzt aktiv zu werden und schriftlich den Bedarf der einzelnen Vereine abzufragen. Zudem sei die Zeit des Wahlkampfs günstig, die Parteien mit ins Boot zu holen. „Da hat man höhere Chancen, dass die Forderungen erhört und umgesetzt werden“, sagte Wittstadt.

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Norbert Junius, stellvertretender Fußballabteilungsleiter des TuS Geretsried, wünscht sich, dass sich die Vereine auch über den Wahlkampf hinaus dauerhaft an politischen Entscheidungsprozessen beteiligen. „Wir müssen Präsenz zeigen“, forderte er. Ebenso wie dem TuS-Jugendfußball-Abteilungsleiter Bernd Meier bereitet es Junius Sorgen, dass die stark genutzten Sportplätze auf der Böhmwiese mit der S-Bahn-Verlängerung wegfallen werden. Zwar gebe es im Stadtgebiet Ersatz. Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, müssten aber Vereine und Stadt noch mehr zusammenrücken.

Peter Herrmann

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