Als Nabelschnur für ihr Weiterbestehen in Geretsried bezeichnen die Firmen Pulcra und Tyczka das Industriegleis. 450 Arbeitsplätze hängen daran. Dass man in Wolfratshausen eine Petition gegen das Industriegleis auf den Weg gebracht hat, erzürnt die Geretsrieder Stadträte. Sie wollen darauf mit einer Resolution antworten. Foto: red

Geretsried gibt Kontra

Geretsried - Geretsried reagiert auf die Wolfratshauser S 7-Petition: Der Stadtrat will eine Resolution an den Petitionsausschuss im Landtag verfassen.

Zu dieser Entscheidung kamen die Stadträte am Dienstag, nachdem sie einen offenen Brief der beiden Geretsrieder Unternehmen Tyczka und Pulcra an Bürgermeisterin Cornelia Irmer studiert hatten. Wie berichtet hatten die Betriebe mit „Verärgerung“ der Presse entnommen, dass eine Wolfratshauser Delegation im bayerischen Landtag eine Petition gegen das Industriegleis eingereicht hat.

Hans Ketelhut (CSU) rief dazu auf, sich hinter Tyczka und Pulcra zu stellen und „als politisches Gremium ein Zeichen zu setzen“. Schließlich gehe es um 450 Arbeisplätze. Eine ganz andere Meinung vertrat Robert Lug. Der Fraktionssprecher der Freien Wähler (FW) bezeichnete das Agieren der Wolfratshauser als „Unverschämtheit“. Sie würden ihre Meinung so lange vor sich her tragen, „bis den Quatsch einer glaubt“. Er warnte davor, den Wortführern ein noch größeres Forum einzuräumen.

„Vorsicht“, widersprach Vize-Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU). Der Petitionsausschuss sei zunächst ein politisches Gremium, wo auch nur „Menschen mit profundem Halbwissen sitzen“. Ziel der Petition sei es, das Industriegleis zu kippen, um den Bestandschutz der Schranke zu Fall zu bringen. Weil dann die S-Bahn-Trasse tiefergelegt werden müsste, könnte die Kosten-Nutzen-Analyse nicht mehr aufgehen. Somit würde man die gesamte S-Bahn-Verlängerung vereiteln. Zusätzlich werde mit Mutmaßungen über eine mögliche Gefahr der transportieren Güter Stimmung erzeugt.

Den Brief von Tyczka und Pulcra hat Irmer ans Wirtschaftsministerium weitergeleitet. Auch Edmund Stoiber, ehemaliger Ministerpräsident und Mitglied im Geretsrieder CSU-Ortsverband, sowie ihr Wolfratshauser Amtskollege Helmut Forster hätten das Schreiben erhalten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Starkbierfest in Geretsried: Bruder Barnabas „möchte Spaß haben“
Es ist ein gesellschaftlicher Höhepunkt in Geretsried: Unsere Zeitung hat vor dem Starkbierfest mit Fastenprediger Bruder Barnabas alias Ludwig Schmid gesprochen.
Starkbierfest in Geretsried: Bruder Barnabas „möchte Spaß haben“
So schön sind die Holzkunstwerke von Luis Unützer
Luis Unützer aus Thankirchen verleiht dem jahrtausendealten Drechslerhandwerk einen modernen Schliff. Seine Kreationen aus Holz stoßen überall auf Begeisterung.
So schön sind die Holzkunstwerke von Luis Unützer
Wie die Amerikaner das heutige Geretsried erschufen
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wollten die Amerikaner eigentlich die Munitionsfabriken zerstören. Doch sie überlegten es sich anders. Es entstand Geretsried. 
Wie die Amerikaner das heutige Geretsried erschufen
Wolfratshausen-Newsletter: Hier geht es zur Anmeldung
Unser brandneuer Wolfratshausen-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus dem Landkreis Wolfratshausen - hier geht es zur Anmeldung. 
Wolfratshausen-Newsletter: Hier geht es zur Anmeldung

Kommentare