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Probeessen im Oktober 2016: Obwohl die Menüs vom Konradhof gut geschmeckt haben sollen, wurden offenbar zu wenig verkauft. Nach nur einem Jahr hat der Carterer der Mensa im Schulzentrum seinen Vertrag gekündigt. 

Schulzentrum 

Mensa-Caterer wirft das Handtuch

Nur ein Jahr lang hat sich der Konradhof als Caterer der Mensa am Schulzentrum gehalten. Weil Inhaber Stefan Dellinger nicht genug Essen verkaufte, hat er jetzt gekündigt. Bis Weihnachten hilft Gabriele Limbrunner aus, die zuvor schon einmal für die Schüler gekocht hatte.

Geretsried Diese Woche bleibt die Küche am Schulzentrum kalt. Bis Mittag können sich die rund 2000 Schüler und 200 Lehrer an Gymnasium und Realschule mit Brotzeiten an den beiden Kiosken versorgen. Wer länger Unterricht hat, muss sich etwas von zuhause mitbringen, zum Bäcker ums Eck oder in die Stadt laufen. Besonders betroffen sind die Kinder und Jugendlichen, die die Offene Ganztagsbetreuung besuchen.

Im Schnitt nur 60 Menüs am Tag verkauft

Relativ plötzlich und überraschend hat Stefan Dellinger, der die Mensa seit Oktober 2016 mit frisch Gekochtem von seinem Bauernhof bei Seefeld beliefert hatte, den Vertrag mit den Schulen gekündigt. „Es gab keinen Zwischenbericht oder Hinweis seitens des Betreibers, dass er rote Zahlen schrieb“, sagt die Konrektorin des Gymnasiums, Christine Kolbeck. Sie ist Mitglied des Verpflegungsausschusses am Schulzentrum. Dellinger habe dort erklärt, dass er in den vergangenen Monaten im Schnitt nur 60 Menüs am Tag verkauft habe. Gleichzeitig sei der personelle Aufwand recht hoch gewesen. Die Ausgabe sollte schließlich schnell gehen, damit niemand lange warten musste. Unsere Zeitung hat Dellinger leider nicht erreicht. „Wir sind sehr enttäuscht“, sagt Gymnasiums-Direktor Dr. Hermann Deger. Er habe nur Positives über die Küche und den Service gehört. Realschul-Direktor Christian Zingler schließt sich dem an: „Ich glaube, ich war einer der besten Kunden.“ Warum das Angebot von den Schülern nicht ausreichend angenommen wurde, kann Zingler nicht beantworten. Christine Kolbeck meint, die Menüs seien im Lauf der Zeit etwas teurer geworden. Eine Mahlzeit mit Salat und Nachspeise kostete vier Euro. Im Vergleich dazu bezahlt man am Ickinger Gymnasium für ein Menü 4,85 Euro.

Landratsamt sucht Nachfolger

Nach Auskunft von Marlis Peischer, Pressesprecherin am Landratsamt, wird Gabriele Limbrunner, die das Schulzentrum vor dem Konradhof beliefert hatte, bis zu den Weihnachtsferien einspringen. Die Hotelfachfrau kocht in der Werkskantinenküche der Firma Pulcra. Das Landratsamt suche gleichzeitig einen Nachfolger für den Mensabetrieb.

Auf die Frage, ob es nicht möglich gewesen wäre, dass das Landratsamt den Konradhof mit einem Zuschuss unterstützt, erklärt Peischer: „Ein Sicherstellungszuschuss von Mensabetrieben ist nicht vorgesehen.“ Man sei dem Anbieter bereits bei der Pacht entgegengekommen. Die Pressesprecherin weist darauf hin, dass andere Caterer Essen nur auf Vorbestellung liefern würden, was ihnen eine gewisse finanzielle Sicherheit gebe. Parallel zur Stellenausschreibung durch das Landratsamt will Christine Kolbeck die Fühler ausstrecken nach einem neuen Mensabetreiber. Hinweise von Eltern seien willkommen, sagt die Konrektorin.

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