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100 Tage interkommunales Hallenbad: Das sagen die Besucher

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Fans des neuen Hallenbads sind (v. li.) Marie, Julian, Sabine und Emilia Nachtmann.
Fans des neuen Hallenbads sind (v. li.) Marie, Julian, Sabine und Emilia Nachtmann. © Hans Lippert

Seit gut 100 Tagen kann man im interkommunalen Hallenbad schwimmen, springen, planschen. Was sagen die Besucher? Was gefällt ihnen und wo sehen sie Verbesserungsbedarf?

Geretsried – Seit gut 100 Tagen kann man im interkommunalen Hallenbad schwimmen, springen, planschen. Sowohl die Betreiber, die Geretsrieder Stadtwerke, als auch die Rettungs- und Wassersportvereine, die das Bad zum Training nutzen, äußerten sich gegenüber unserer Zeitung zufrieden. Doch was sagen die Besucher? Was gefällt ihnen und wo sehen sie Verbesserungsbedarf?

Sabine Nachtmann aus Wolfratshausen kommt mit ihren Zwillingen Marie und Emilia, beide zehn Jahre alt, und ihrem zwölfjährigen Sohn Julian etwa zweimal wöchentlich zum Schwimmen, wie sie sagt. Während die Mutter ihre Bahnen zieht, vergnügen sich die Kinder im Sprungbecken mit dem Ein- und Dreimeterbrett. Marie mag außerdem die Sprudelliegen im Lehrschwimmbecken. Emilia würde zu ihrem Glück nur eine Rutsche fehlen. „Die Eintrittspreise sind recht hoch, und längere Öffnungszeiten, vor allem abends, wären für Berufstätige schön“, sagt Sabine Nachtmann. Dass sie momentan zusätzlich zum Nachweis, geimpft oder genesen zu sein, auch einen negativen Corona-Test beziehungsweise eine Booster-Impfung braucht, stört die Wolfratshauserin nicht – im Gegenteil: „Ich finde das richtig. Man fühlt sich sicherer.“

Michael Schmüser ist Triathlet aus Wolfratshausen.
Michael Schmüser ist Triathlet aus Wolfratshausen. © Hans Lippert

Steffi Grimeis ist aus Bad Heilbrunn nach Geretsried gefahren, um sich dort mit ihren beiden fünfjährigen Neffen und deren Mutter aus Ottobrunn zu treffen. Sie übt regelmäßig mit den beiden Buben das Schwimmen, weil es Mutter und Tante wichtig ist, dass die Kinder sich sicher über Wasser halten können. „Mir gefällt das Geretsrieder Bad von allen in der Umgebung am besten, wenn man sich in erster Linie sportlich betätigen möchte“, sagt Grimeis. Dafür sei die Wassertemperatur auch angenehm. Der Sprungturm und die Massageliegen seien ein zusätzliches „Zuckerl“.

Frank Niederländer aus Ammerland sagt, er sei oft nach Starnberg oder Grünwald ins Hallenbad gefahren, bevor das neue Bad im September eröffnete. Es gefalle ihm gut. Seine beiden Kinder trainieren montags und mittwochs in Geretsried mit der Pinguin-Gruppe des Wasserball- und Schwimmvereins (WSV) 72. „Wir leben direkt am Starnberger See. Da ist es mir wichtig, dass die Kinder schwimmen können“, sagt er. Sohn Ferdinand (8) mag außer dem großen Sportbecken das Sprungbecken. „Mit einem Fünf-Meter-Brett wäre es noch cooler“, meint er.

Benjamin Christian aus Wolfratshausen schätzt am neuen Bad das Lehrschwimmbecken, in dem er seiner sechsjährigen Tochter und dem dreijährigen Sohn das Brustschwimmen beibringt. „Die Temperatur ist angenehm und im Moment ist genug Platz zum Üben“, sagt der Vater. Wegen der 2G-plus-Regel/Booster war in der Tat wenig los in den vergangenen Tagen, wie auch Stadtwerke-Leiter Jan Dühring im Gespräch mit unserer Zeitung bedauert hatte. Wünschen würde sich Benjamin Christian eine Sauna.

„Mehr geboten für weniger Geld“ sei in den Schwimmbädern in Starnberg und Pullach, sagt Michael Schmüser. Dort gebe es Saunen und Außenbecken. Der 50-jährige Triathlet aus Wolfratshausen krault trotzdem regelmäßig im Geretsrieder Becken. „Man ist halt schnell mit dem Rad da, und zum Schwimmen ist das Bad ideal“, sagt er. Die relativ hohen Preise – 3,50 Euro für eine Stunde und 4,50 Euro für eineinhalb Stunden für Erwachsene sowie 1,50 Euro für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren für eine Stunde – hatten auf der Facebook-Seite des Geretsrieder Merkur auch einige Besucher kritisiert.

Vermisst wird Umkleide für Rollstuhlfahrer

Das Nebeneinander von öffentlichem Badebetrieb und Schwimmtraining der Vereine funktioniert laut Silke Schwinum, Jugendtrainerin beim WSV 72, reibungslos. Insgesamt ist sie „absolut zufrieden“ mit dem neuen Bad, sagt sie, während sie an einem Mittwochnachmittag draußen auf ihre Schützlinge wartet. „Das Personal ist sehr nett und hilfsbereit. Uns als Verein fehlt eigentlich nur eine Lagermöglichkeit für unsere Utensilien wie Anzüge, Poolnudeln und Bälle.“

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Elli Wilfling, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der gemeinsamen Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder, vermisst eine Umkleidekabine für Rollstuhlfahrer. Für einige wäre eine Liege in der Kabine von Vorteil, sagt sie. Eine offizielle Besichtigung und Beurteilung des Bads im Hinblick auf Barrierefreiheit durch den Behindertenbeauftragten des Landkreises, Ralph Seifert, stehe aus, berichtet sie. Persönlich gefällt der Geretsriederin das neue Bad. Nur fände sie es für Senioren angenehm, wenn der Hubboden im Sportschwimmbecken ständig so eingestellt wäre, dass man am vorderen Ende des Beckens stehen kann. „Es gibt ja nicht nur sportliche Schwimmer. Das Gros mag sich zwischendurch mal im Wasser ausruhen.“

Tanja Lühr

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