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„Prost, Herr Bürgermeister“: Mittels Starkbier besänftigt Bruder Barnabas wirklich jeden Zuhörer – trotz treffsicherer Spitzen.

Gelungene Wortspiele und treffsichere Spitzen

14. Fastenpredigt: Das hat Bruder Barnabas den Geretsriedern zu sagen

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Pointiert, sprachgewandt und inspiriert: Das war die 14. Fastenpredigt von Bruder Barnabas. Nicht zu brutal, aber mit treffsicheren Spitzen ging er die Stadtpolitik durch.

Geretsried – Bruder Barnabas weiß, wie er seine Zuhörer nehmen muss. „Jetzt daad i sagn, nehma moi wieder an Schluck. Prost, Herr Bürgermeister“, sagt der Mönch auf der Bühne, verlagert das Gewicht in seinen Birkenstock-Latschen und hebt lausbübisch seufzend die Mass neben seinem Rednerpult auf. Starkbier heißt eben nicht umsonst Starkbier – es stärkt, wenn Ludwig Schmid zweimal im Jahr beim Starkbierfest der Gartenberger Bunkerblasmusik in den Ratsstuben das Unangenehme in seiner Fastenpredigt anspricht.

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Unangenehm war es am Samstag stellenweise für die Gäste in den ersten Reihen – wohl dem, der zu Hause geblieben ist, etwa Volker Reeh und Korbinian Krämmel. Bürgermeister Michael Müller quittierte die Anspielung auf ihn und ersteren („Als CSU-ler kennt er ja bestimmt diese Steigerung: Feind-Todfeind-Parteifreund?“) mit einem beherzten „Oh ja“ und lachte durchweg herzlich. Dafür sorgte auch Bruder Barnabas, indem er den Bürgermeister immer mal wieder ans Trinken erinnerte.

Eingangs war der Mönch zur Bühne geeilt, nahm auf dem Weg durch den Saal noch einen Schluck Spezi von seiner Schwägerin und hielt sein Skript triumphierend in die Höhe. Er hat seine Fastenpredigt noch rechtzeitig fertig bekommen – und sie mit schönen Wortspielen angereichert. So wird aus dem Leitbild Müllers „Leidbild“ aus dem Kreml der Krämmel und der Personalmangel im Rathaus „gaach“. Bruder Barnabas erinnerte auch daran, dass dasselbe Wort zwei Bedeutungen haben kann. „Oder wissts ihr, wenn unser Tiefgarage moi fertig is, was dann die Parkplatzsituation in Geretsried und Wolfratshausen gemeinsam haben? Sie ist unterirdisch.“

So gelungen war das Starkbierfest der Gartenberger Bunkerblasmusik

Ansonsten ermahnte Bruder Barnabas die Geretsrieder und Wolfratshauser aber eher zum Zusammenhalt. „Solangs Ihr, die Städte Wolfratshausen und Geretsried voran und die Umlandgemeinden dazua, euch net vertragts und zamhäifts, so lang kennan die im Süden drunten macha was wolln.“ Als Zeichen der Freundschaft streckten die Starkbierfestgäste die Arme Richtung Wolfratshausen. Laut Bruder Barnabas das Beste daran: „Der Arsch zeigt nach Süden.“ Da hatte er das Publikum längst auf seiner Seite – es ist eben ihr Bruder Barnabas. Der Bruder Barnabas, der ihnen im Gegensatz zu allen anderen auf der Welt, in Deutschland und Geretsried seit 14 Jahren treu ist.

sw

So reagierte das Publikum auf die Fastenpredigt von Bruder Barnabas

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