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„Zerstört, was wunderschön war“: 19 schützenswerte Bäume gefällt – Eigentümer droht saftige Strafe

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Von: Doris Schmid

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Kein Teich, keine Büsche, keine Bäume: Nur noch Stümpfe ließ der Eigentümer dieses Grundstücks im Geltinger Gewerbegebiet übrig.
Kein Teich, keine Büsche, keine Bäume: Nur noch Stümpfe ließ der Eigentümer dieses Grundstücks im Geltinger Gewerbegebiet übrig. © Foto: sh

Vor einem halben Jahr wurde im Geltinger Gewerbegebiet eine Teichlandschaft dem Erdboden gleichgemacht. Inzwischen läuft ein Bußgeldverfahren.

Gelting – Vor einem halben Jahr wurde im Geltinger Gewerbegebiet eine idyllische Teichlandschaft dem Erdboden gleichgemacht. Von 19 schützenswerten Bäumen auf dem Grundstück der ehemaligen Firma Gämmerler blieb nur das Wurzelwerk übrig. Inzwischen läuft ein Bußgeldverfahren. Der neue Eigentümer hat gegen die seit 2013 geltende Baumschutzverordnung der Stadt Geretsried verstoßen.

Unternehmer Max Gämmerler legte das Idyll an

Das Naturidyll hatte wie berichtet der vor zwei Jahren verstorbene Unternehmer Max Gämmerler angelegt. Nachbarin Elfi Blank-Böckl hatte sich mit ihrem Pflegedienst und Tagesstätte genau aus diesem Grund an der Leitenstraße angesiedelt. „Dort wurde etwas zerstört, was wunderschön war“, sagte sie nach dem Kahlschlag im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Grundstückseigentümer legte offensichtlich keinen Wert auf Flora und Fauna.

Der Teich wurde abgelassen, Büsche und Bäume gefällt – darunter ein Ahorn, zwei Birken, vier Rotbuchen und zwölf Weiden, die die Stadt als schützenswert eingestufte. Acht Bäume hatten einen Umfang von mehr als zwei Metern – ein Baum sogar von 4,20 Meter.

Maximale Höhe der Strafe liegt laut Verordnung bei 50.000 Euro

Die Stadt ahndet die unerlaubte Fällaktion mit einem Bußgeld. Der Betrag bewegt sich laut Inken Domany vom Fachbereich Verkehr und Umwelt im fünfstelligen Bereich – die maximale Höhe der Strafe liegt laut Verordnung bei 50.000 Euro. „Die objektive Bedeutung der Ordnungswidrigkeit ist wegen des Ausmaßes erheblich“, so die Rathausmitarbeiterin.

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„Das vorher dicht mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Gelände wurde fast vollständig gerodet.“ Die in Paragraf 1 der Baumschutzverordnung genannten Ziele – Schutz und Pflege des Stadt- und Landschaftsbildes, die Gewährleistung einer angemessenen innerörtlichen Durchgrünung, die Sicherung der ökologischen und lokalklimatischen Verhältnisse, die Förderung heimischer Laubholzarten und die Bewahrung von Lebensstätten der Tier- und Pflanzenwelt – würden durch diesen massiven Eingriff konterkariert. Das Regelwerk ist auf der Homepage der Kommune für alle einsehbar. „Es wäre möglich und zumutbar gewesen, rechtzeitig einen entsprechenden Antrag zu stellen“, so Domany.

Landratsamt hat Verfahren eingeleitet

Auch die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt wurde auf den Fall aufmerksam. Die Behörde hat ein Verfahren eingeleitet, in dem es laut Pressesprecherin Sabine Schmid um die Einhaltung der Festsetzungen des Bebauungsplans und –damit verbunden – mögliche Nachpflanzungen geht. Zum Umfang dieser Pflanzungen könne das Landratsamt „aktuell noch nichts herausgeben“, so Schmid. Das gelte auch für Details zum zeitlichen Rahmen. nej

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