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Gut besucht war die Versammlung der Imker aus dem Nordlandkreis, am Rednerpult Vorsitzender Erich Holzer.

Kreisverband Nord zieht Bilanz

195 Imker kämpfen gegen den Waschbär und andere Gefahren

Die Honigbiene hat derzeit im Landkreis vier ärgste Feinde: die Varroa-Milbe, ein aus Italien eingeflogener Käfer, eine Hornissenart und der Waschbär. Es gibt aber auch eine gute Nachricht.

Geretsried Die Varroa-Milbe, ein aus Italien eingeflogener Käfer, eine Hornissenart und der Waschbär: Das sind im Moment die ärgsten Feinde der Honigbiene, berichtete der Kreisvorsitzende Nord, Erich Holzer, bei der Jahresversammlung in den Geretsrieder Ratsstuben.

Die Varroa-Milbe stelle nach wie vor die größte Gefahr dar, so Holzer. Ihre Bekämpfung mit Ameisensäure müsse gleich nach der Ernte Mitte bis Ende Juli beginnen. Ab Dezember komme dann Oxalsäure zum Einsatz. Gesundheitswart Michael Glück wies darauf hin, dass man das richtige Präparat, nämlich eines ohne Schwermetalle, verwenden müsse. Tipps erhalten die Imker im Kreisverband Nord bei ihm. Jetzt sei eine günstige Zeit, um Futterkranzproben zu entnehmen und sie vom Tiergesundheitsdienst auf Parasitenbefall untersuchen zu lassen, so Glück. Handle man rechtzeitig, lasse sich die Honigernte noch retten. Auch das Bienenwachs könne man beim Tiergesundheitsdienst analysieren lassen.

Froh sind die Bienenzüchter, dass die amerikanische Faulbrut so gut wie ausgerottet ist. Bis Januar gab es noch eine Bannmeile für sie. Diese sei jetzt aufgehoben. Eine neue Gefahr ist laut Holzer mit dem Waschbären in den Landkreis gekommen. Höchstwahrscheinlich habe ein solcher neun von elf Bienenvölkern in der Jachenau zerstört.

Verschont geblieben sei man bisher vom kleinen Beutenkäfer und der Hornisse Vespa velutina. Der Käfer legt seine Eier in den Honigkasten. Schlüpfen daraus Larven, kann man den Honig nicht mehr vermarkten. Doch es gibt Fallen, die man in die Zargen hängt. Weil der kleine Beutenkäfer aus Italien kommt, rät Gesundheitswart Glück dazu, lieber keine Völker von dort zu kaufen: „Besser, man greift auf regionale Völker zurück.“ Die Vespa velutina stammt aus Portugal. Sie hat sich bereits in der Schweiz und Holland ausgebreitet und ist auch schon in Baden-Württemberg aufgetaucht. Das schwarz gefärbte Tier lauere am Flugloch der Bienen, um diese beim Abflug abzufangen und zu fressen. Die Nester der Hornisse seien riesig, von bis zu einem Meter Durchmesser. Sie würden wie schwarze Ballons hoch oben in den Bäumen hängen. Wer ein solches Nest entdecke, solle es sofort den örtlichen Imkern melden.

Lesen Sie auch: Sturm zerstört Bienenhaus - jetzt müssen die Bienen umziehen

Der Kreisverband Nord umfasst aktuell rund 300 Mitglieder. Die meisten engagieren sich Holzer zufolge im Geretsrieder-Königsdorfer Imkerverein mit 195 Mitgliedern. In Wolfratshausen/Münsing, Beuerberg und Thanning seien es jeweils rund 30 bis 40. Insgesamt 2000 Völker werden von ihnen betreut. Die Ernte 2017 sei sehr gut gewesen. „Das Interesse an der Bienenzucht und der Natur generell ist wieder gestiegen“, berichtete Holzer. Der Andrang bei den Einführungskursen sei so groß, dass man ihn kaum bewältigen könne. Und der Verbraucher sei auch wieder bereit, sechs Euro für ein Glas qualitätsgeprüften Honig aus der Region zu bezahlen. tal

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