Runter vom Gas: Polizeiobermeisterin Veronika Keferloh nahm im Rahmen des 24-Stunden-Blitzmarathons den Verkehr auf der B11 ins Visier.
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Runter vom Gas: Polizeiobermeisterin Veronika Keferloh nahm im Rahmen des 24-Stunden-Blitzmarathons den Verkehr auf der B11 ins Visier.

„Hier kracht es regelmäßig“

24-Stunden-Blitzmarathon: Das Gros passiert den Kontrollpunkt am Pfadiheim vorbildlich

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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An der B11 auf Höhe der Einfahrt zum Pfadfinderheim kracht es regelmäßig. Deswegen richtete die Geretsrieder Polizei dort eine der Messstellen des 24-Stunden-Blitzmarathon ein. Ein Besuch.

Geretsried – Mit dem ersten Hahnenschrei begann auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen am Mittwochmorgen der vom bayerischen Innenministerium im Vorfeld angekündigte 24-Stunden-Blitzmarathon. Eine der sechs Messstellen im Dienstbereich der Polizeiinspektion Geretsried war an der B11 auf Höhe der Einfahrt zum Pfadfinderheim in der Tempo-70-Zone aufgebaut. Unsere Zeitung war vor Ort.

Polizeiobermeisterin Veronika Keferloher steht an der Laserpistole. Mit größter Vorsicht, so scheint es, nähern sich die Autofahrer. 65, 63, dann 49 km/h ist auf dem Display des Messgeräts zu lesen. Ausreißer nach oben sind die Ausnahme. „Alle fahren ordentlich“, lobt Keferloher. „Genau das wollen wir ja mit dieser Aktion erreichen.“

Polizei: Kontrollen dienen der Sicherheit des einzelnen Verkehrsteilnehmers

Raserei ist eine der Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sind knapp ein Drittel der Verkehrstoten im Freistaat aufgrund überhöhter Geschwindigkeit zu beklagen. 2020 waren es 147 Menschen, die deswegen auf Bayerns Straßen ihr Leben verloren. Der mittlerweile achte europaweite Blitzmarathon dauert von Mittwoch bis diesen Donnerstag um 6 Uhr. Als Messstellen ausgewählt wurden Abschnitte, in denen sich in der Vergangenheit Verkehrsunfälle gehäuft haben. „So wie hier auf der B11 an der Abzweigung Richard-Wagner-Straße“, erklärt Polizeihauptmeister Jürgen Geigenfeind. „Hier kracht es regelmäßig.“ Immer wiederkehrenden Überwachungen würden bei den Autofahren jedoch im Laufe der Zeit ihre Wirkung verlieren. Der Polizeihauptmeister verweist auf das Beispiel Ascholding. Hier führt die Staatsstraße 2072 am Dorfrand entlang. Auf einem Streckenabschnitt gilt Tempo 60, auf einem weiterem seit Kurzem maximal Tempo 50. Wer täglich diese Strecke fährt, nimmt die neuen Verkehrsschilder oft nicht sofort wahr – und handelt nicht laut dem Gebot. „Da gab es teils massive Geschwindigkeitsverstöße, also haben wir häufiger kontrolliert“, berichtet Geigenfeind. Die positive Folge: Die Verkehrsteilnehmer fuhren aufmerksamer und langsamer.

Der Sinn einer Geschwindigkeitsmessung steht für den Beamten außer Frage. „Das ist wie mit einem Halteverbotsschild, das an einer Straße aufgestellt wird“, so Geigenfeind. „Ich kann das Halteverbot nur konsequent umsetzen, wenn ich es überwache.“ Letztendlich würden die Kontrollen der Sicherheit des einzelnen Verkehrsteilnehmers selbst dienen.

„Der Kontrolldruck leistet seinen Beitrag dazu, dass bewusster gefahren wird.“

Der Erfolg gibt den Beamten recht. „Die Geschwindigkeitsunfälle sind spürbar zurückgegangen“, sagt Geigenfeind. Somit sei auch die Zahl der Schwerverletzten und Getöteten rückläufig. Ja, Pkw und Lkw seien in den vergangenen Jahren immer sicherer geworden, Assistenzsysteme wie ABS, Abstandsregler und ein vorausschauender Notbremsassistent unterstützen den Fahrer: „Aber auch der Kontrolldruck leistet seinen Beitrag dazu, dass bewusster gefahren wird.“

Lesen Sie auch: Die Bilanz des Blitzmarathons im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Keferloher nimmt derweil Auto um Auto, Lkw für Lkw ins Visier. Das Gros der Fahrer liefert keinen Grund, ihn zu stoppen. Die zwei Beamten sind zufrieden. Das Ziel ist erreicht. Zumindest auf der ersten Etappe des Blitzmarathons.

sh

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