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Das Geretsrieder Schulzentrum soll nach fast 50 Jahren für viele Millionen Euro gründlich saniert werden. Daran führt laut Landrat Niedermaier kein Weg vorbei. Auch ein Neubau sei keine Alternative.

„Das ist ein schlüssiges Konzept“

40 Millionen für Schulzentrums-Sanierung: Das sagt der Landrat

Geretsried – Zur Generalsanierung des Geretsrieder Schulzentrums gibt es trotz hoher Kosten keine Alternative. Das betonte Landrat Josef Niedermaier im Rahmen eines Pressegesprächs, bei dem Details des Umbaus sowie der geplanten neuen „Lernlandschaften“ vorgestellt wurden.

„Eine neue Schule auf der grünen Wiese zu bauen, ist kein Thema. Das wird bei uns nicht diskutiert“ untermauerte Niedermaier seine Haltung zur Grundsanierung des mit fast 25 000 Quadratmetern größten Schulkomplexes im Landkreis. „Die Millionen, die man in der Vergangenheit schon investiert hat, wären dann für die Katz.“ Und schließlich käme das Ganze nicht aus heiterem Himmel. „Nach fast 50 Jahren muss einfach mal richtig erneuert werden“, warb der Landrat für das acht Jahre dauernde Mammutprojekt.

Mit der Sanierung einhergehen soll die Einrichtung sogenannter „Lerninseln“. Ende des Jahres werde die Schulbaurichtlinie verändert, weshalb sich ein anderer Raumbedarf ergebe als bei der ersten Schätzung, erklärte Dr. Hermann Deger, Schulleiter des Geretsrieder Gymnasiums. Das wiederum ergänzt sich gut mit der Entwicklung eines neuen Schulkonzepts, das Gymnasium und Realschule seit geraumer Zeit planen. Die Rede ist von so genannten Lernlandschaften. „Bloßer Wissenserwerb in Kindheit und Jugend reicht nicht mehr aus, um den Erfordernissen der Globalisierung und der Informationsgesellschaft gewachsen zu sein“, zitiert Dr. Andrea Mahlendorf das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft. „Es geht darum, Kinder dazu zu befähigen, lebenslang lernen zu können. Sie müssen lernen zu lernen, viele Fähigkeiten und Kompetenzen erwerben“, beschreibt die Oberstufenkoordinatorin die Erfordernisse. „Nur Wissen vermitteln reicht nicht aus.“

Die Lerninseln böten die besten Möglichkeiten, auf die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Kinder einzugehen, ergänzte Realschulkollegin Steffi Kretzschmar. Luftig gestaltete, offene Räume statt großer Klassenzimmer, mit eigenen Bereichen für Still-, Gruppen oder Projektarbeit sollen die „Kompetenzentwicklung“ unterstützen. Bewegliche Dreieckstische und großzügige Präsentationsflächen sind wesentliche Elemente der flexiblen Klassenräume.

In die „Landschaft“ einbezogen werden „Marktplätze“, an denen beispielsweise Lernmaterial für alle zugänglich aufbewahrt werde und Kinder sich zum Recherchieren oder leise Lernen zurückziehen können. „Die Lehrer werden Lernbegleiter und können die Kindern und den Lernfortschritt besser beobachten“, hebt Kretzschmar einen weiteren positiven Aspekt des neuen Konzeptes hervor.

Die Lerninseln wurden bei der Umsetzung des Sanierungsplans schon integriert, wie René Beysel, Hauptamtsleiter im Landkreis, erläuterte. „Am Ende gibt es keinen Quadratmeter ungenutzte Fläche.“ Durch verkleinerte Klassen und optimale Nutzung von Fluren und Nischen können insgesamt sieben Räume mehr in dem bestehenden Gebäude untergebracht werden. So sei der Bedarf nach den neuen Schulbaurichtlinien erfüllt, ohne dass zusätzliche Aufstockungen erforderlich würden.

Nach neuesten Berechnungen belaufen sich die Baukosten für die Generalsanierung, das neue Heizwerk, die Sanierung der Pausen- und Parkplatzflächen sowie eine neue Zweifachturnhalle auf 37,5 Millionen Euro. Nicht einberechnet sind die Interimsgebäude, mit deren Bau in den Sommerferien begonnen werden soll. „Das Ganze ist ein schlüssiges Konzept“, fasste Josef Niedermaier zusammen. „Es handelt sich um ein Gebäude, das man für die nächsten 40 Jahre fit machen muss“, sagte der Landrat. Niedermaier warnte davor, womöglich aus Kostengründen einzelne Bauabschnitte zu stückeln. „Es ist klar, dass alles auf uns zukommt. Deshalb ist es wichtig, dass wir über den Gesamtprozess reden. Auch wenn sich die Kosten im Augenblick astronomisch anhören“, betonte Niedermaier.

Das Konzept ist „in der Politik noch nicht durch“, sagte der Landrat. Er vermutet, dass im Kreistag noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein wird. Aber zu der Generalsanierung gebe es keine Alternative. Einen Neubau, der schätzungsweise mehr als 100 Millionen Euro verschlingen würde, hält er für irreal.

von Rudi Stallein

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