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Ehrung beim Tennisclub: Vorstand Klaus Köhler (li.) gratuliert zusammen mit seinem Stellvertreter Ingo Lutze (re.) Franz Füger zur 65-jährigen Mitgliedschaft. 

Gründungsmitglied erzählt

65 Jahre Tennisclub Geretsried: Wie alles begann 

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Vor 65 Jahren wurde der Tennisclub Geretsried gegründet. Franz Füger war unter den ersten Mitgliedern. Er erinnert sich an die nicht ganz so leichten Voraussetzungen.

Geretsried – Geretsried im Jahr 1953: Seit drei Jahren ist der einstige Weiler eine selbstständige Gemeinde, die Einwohnerzahl ist mittlerweile auf 3000 Bürger gestiegen. Für sieben Männer hat das Jahr 1953 noch eine andere Bedeutung: Gemeinsam gründen sie den Tennisclub Geretsried. Einer von ihnen ist Franz Füger. Der Unternehmer wurde jetzt für 65-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Ursprünglich sollte Füger die Auszeichnung in der Jahresversammlung überreicht bekommen, aber an diesem Tag war er verhindert. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Die beiden Vorstände Klaus Köhler und Ingo Lutze holten die Übergabe nach, und Franz Füger erinnerte sich an die Gründung des Vereins. Damals schloss sich eine Handvoll Unternehmer zur Industriegemeinschaft Voralpenwerk zusammen, der späteren Industriegemeinschaft Geretsried. Man besprach Probleme und saß nach den Sitzungen noch oft zusammen. „Und immer wieder kam die Sprache auf den Sport“, blickt Füger zurück. „Schnell wurde klar: Wir werden einen Tennisclub gründen.“ Wir, das waren in diesem Fall Wolfgang Schumann (Rudolf Chemie), Heinz Lorenz (Lorenz KG), Erwin Zinnecker (Speck-Pumpen) sowie Dr. Anton Platiel, Alfred Franz, Hans Freiherr von Wallbrunn und Franz Füger (Füger Fachhandel). Am 8. Juni setzten die Herren ihre Unterschrift unter die Gründungsurkunde. Der Tennisclub Geretsried war aus der Taufe gehoben.

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„Uns fehlten zwar alle Voraussetzungen wie Grundstück und Geld“, erinnert sich Füger, „aber der Wille war da.“ Dann ergab sich eine Gelegenheit am Isardamm. Schnell standen zwei Plätze zur Verfügung, die die 20 Mitglieder des Vereins bereits ein Jahr später für ihren Sport nutzen konnten. „Die Felder waren nicht unbedingt turnierreif, aber man konnte spielen“, so Füger. Allerdings blieb bei Regen das Wasser im Halbfeld von Platz eins stehen. „Erwin Zinnecker und ich, beide nicht gerade Erdarbeiter, wollten das Problem im Vorbeigehen lösen“, schreibt Füger in seinen Aufzeichnungen. „Wir dachten, wir müssen nur ein Loch graben, und schon läuft das Wasser ab.“ Gedacht – getan. „Als wir hüfttief drinstanden und immer noch wasserdurchlässiger Kies herging, gaben wir auf und überließen die Schaufeln den Männern, die mehr davon verstanden.“

Heute zählt der Tennisclub Geretsried 370 Mitglieder jeden Alters. Er verfügt über zehn gepflegte Sandplätze, ein bewirtetes Klubhaus, einen Grillplatz und einen kleinen Kinderspielplatz.  sh

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