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Der Masken-Jahrgang: Jeder Absolvent durfte am Freitag nur von einem Familienmitglied zur Abiturfeier begleitet werden. Verabschiedet wurden die jungen Damen und Herren in der Dreifach-Sporthalle.

Abifeier in der Dreifach-Sporthalle

„Abifeier light“: So lief‘s am Geretsrieder Gymnasium

„Hab den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“: Am Freitag hat das Geretsrieder Gymnasium seine Absolventen verabschiedet.

Geretsried Vieles war anders bei dieser Abiturfeier 2020 am Freitag in der Dreifach-Sporthalle des Geretsrieder Schulzentrums. Aber an einer lieb gewonnenen Tradition hielten die Geretsrieder Gymnasiasten fest. Für jeden erfolgreichen Absolventen wurde zur Zeugnisübergabe ein zu ihm passendes Lied eingespielt. Caroline im hübschen Dirndl wurde mit „Sweet Caroline“ verabschiedet, ein junger Mann, der die Stufen zur Bühne besonders schwungvoll nahm, mit dem Party-Hit „Live is Life“, ein anderer, eher gechillt wirkender Mitschüler in Lederhosen, mit Musik von „La Brass Banda“, der aus Übersee am Chiemsee stammenden Blasmusiktruppe um Leadsänger und Trompeter Stefan Dettl.

Mancher der 67 Abiturienten marschierte fröhlich im Rhythmus der Musik nach vorne oder warf Kusshände in Richtung der streng limitierten Zuschauerplätze in der Halle. Der Teil war der persönlichste und lockerste an der ansonsten corona-bedingt eher sterilen Feier.

Schulleitung reagiert kurzfristig auf Korfu-Reise

Die Schulleitung hatte sich am Donnerstagnachmittag kurzfristig dazu entschlossen, den Festakt von der Aula in die Sporthalle zu verlegen und auf die üblichen Einlagen, Festreden und Grußworte weitestgehend zu verzichten. Der Grund dafür war, dass rund 25 Schüler zuvor an einer privat organisierten Abitur-Reise nach Korfu teilgenommen hatten (wir berichteten). Rund 90 Abiturienten aus Grafing und Vaterstetten (Landkreis Ebersberg) hatten beim selben Münchner Reiseveranstalter den gleichen Trip auf die griechische Insel gebucht – nach der Rückkehr wurde ein Grafinger Schüler positiv auf Covid-19 getestet.

Direktor Christoph Strödecke wollte die Entscheidung der Geretsrieder Gruppe, nach dem Prüfungsstress ein wenig unter Griechenlands Sonne zu entspannen, nicht verurteilen. Jeder müsse selbst wissen, was er in dieser besonderen Zeit tue und lasse, sagte der Schulleiter am Freitag. „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, zitierte er den Philosophen Immanuel Kant (1724 - 1804). Die Schule jedenfalls habe beschlossen, mit der reduzierten Feier kein Risiko einzugehen.

Die Gäste und die wenigen Redner trugen während der gesamten einstündigen Veranstaltung in der Sporthalle einen Mund-Nasen-Schutz. Nur Wolfratshausens Vize-Bürgermeister Günther Eibl nahm die Maske kurz ab, als er den jungen Damen und Herren – darunter auch die Absolventen der Freien Waldorfschule Isartal Geretsried – in seinem knappen Grußwort zu ihrem Reifezeugnis gratulierte. Sie sollten „feiern im Rahmen der Möglichkeiten“, sagte Eibl, und nach der Schulzeit in erster Linie das tun, woran sie wirklich Freude hätten, so die Empfehlung des Vize-Rathauschefs.

Geschenke für die besten Absolventen

Geretsrieds Vize-Bürgermeisterin Sonja Frank wünschte den Jugendlichen lediglich „alles, alles Gute für den künftigen Lebensweg“, verbunden mit der in diesen Monaten typisch gewordenen Abschiedsfloskel: „Und bleiben Sie gesund“.

Eigens geehrt und mit Geschenken bedacht wurden die vier besten Abiturientinnen Franziska Dempwolf, Julia Rodrian, Celine Lacherdinger und Magdalena Binder, die alle eine 1,0 erzielt haben, sowie Caroline Rieth für ihre 1,2. Der Gesamt-Notendurchschnitt beträgt 2,04. Mit 67 Absolventen war der Jahrgang außergewöhnlich klein. Das lag daran, dass die Schüler nicht die „Mittelstufe plus“, also das neunjährige Abitur mit Nachmittagsunterricht, sondern den achtjährigen „Schnelldurchlauf“ (Strödecke) gewählt hatten.

Nach der Zeugnisverleihung trafen sich die fesch herausgeputzten jungen Leute noch im Pausenhof, um Erinnerungsfotos in kleinen Gruppen zu schießen. Und wie fanden sie die „Abifeier light?“ Ein Mädchen meinte, das sei „schon in Ordnung“ gewesen. „Besser als gar nichts.“ Simon Hammerschmied, der zusammen mit Julia Bronold die Rede der Abiturienten vorbereitet hatte, zeigte sich enttäuscht, dass diese aus Zeitgründen gestrichen worden war. „Wir hätten viel zu sagen gehabt über die acht Jahre an der Schule“, sagte Hammerschmied im Gespräch mit unserer Zeitung. „Überwiegend Gutes.“  tal

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