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25 Jahre unterrichtet Berta Rosnitschek an der Karl-Lederer-Hauptschule, 14 Jahre davon wirkt sie als Rektorin.

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Abschied von der Grande Dame der Hauptschule

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Berta Rosnitschek ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Die Geretsriederin bleibt als freundliche und hilfsbereite Rektorin der Karl-Lederer-Hauptschule in Erinnerung.

Geretsried – An einer Hauptschule in München hat Berta Rosnitschek als Junglehrerin 60 Mädchen unterrichtet. Fast 60 Jahre später schicken sie immer noch Briefe und Karten nach Geretsried – in Erinnerung an ihre Lehrerin.

Seit vergangenem Sonntag erreichen die Zeilen Berta Rosnitschek nicht mehr. Sie ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Berta Rosnitschek bleibt als Grande Dame der Karl-Lederer-Hauptschule in Erinnerung. 25 Jahre unterrichtet Berta Rosnitschek dort, 14 Jahre davon wirkt sie als Rektorin.

Berta Rosnitschek beeindruckt nicht nur durch ihre Berufsjahre, sondern auch durch ihre fürsorgliche und pflichtbewusste Art. „Alle Menschen, mit denen sie Kontakt hatte, haben sie als freundlich und hilfsbereit geschätzt. Sie war eine Menschenfreundin“, sagt Ziehsohn und Cousin Bernhard Sandner.

Als Studentin verbringt sie ein Jahr in den USA. Freunde von damals besuchen sie immer wieder gerne in Bayern. Sogar aus Japan empfängt Berta Rosnitschek Gäste. Es sind Verwandte und Bekannte von Austauschstudent Takemaso Tomita, den sie in den 50er Jahren unterrichtet hat. Nach ihrer Pensionierung lernt die Geretsriederin Japanisch, um sich mit den zu Freunden gewordenen in der Landessprache unterhalten zu können.

Berta Rosnitschek geht in der Lehre auf

Berta Rosnitschek, die unverheiratet ist, geht in der Lehre auf. Sandner beschreibt sie als geduldig und begabte Vermittlerin des Lernstoffs. „Du warst im Zuspruch klug, im Widerspruch weise, ausgewogen in Deinen Urteilen“, sagt ihr Nachfolger als Rektor an der Karl-Lederer-Hauptschule, Friedrich Schumacher, an ihrem 90. Geburtstag.

Geboren in der westböhmischen Stadt Tachau muss Berta Rosnitschek nach ihrem Abitur Arbeitsdienst leisten. Ihr Studium wird unterbrochen von der Verpflichtung zum Kriegseinsatz. Nach der Kapitulation arbeitet sie in einer Fabrik in der Tschechoslowakei, bis sie als Flüchtling nach Deutschland ausgewiesen wird. Diese Jahre formen sie zu einem Menschen, der sich für benachteiligte Kinder einsetzt und bis zuletzt fremdsprachige Kinder in Deutsch und Englisch unterrichtet – pro Bono.

Als der damalige Schulamtsleiter, Erich Würker, Berta Rosnitschek 1986 in den Ruhestand verabschiedet, sagt er: „Alles war wohlgetan.“ Er lobt ihre pädagogische Hingabe, Berufsfreude und Verantwortungsbewusstsein. Der Abschied fällt der Schulfamilie schwer. Würker sagt: „Wir werden Sie nicht vergessen.“ Susanne Weiß

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