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Eklig: Die Sportler stießen in der Turnhalle der Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße unter anderem auf eine tote Maus.

Adalbert-Stifter-Halle als Asylunterkunft

Trotz Reinigung: Sportler finden tote Maus in Turnhalle

Geretsried – Nach Auszug der Asylbewerber ist die Stifter-Turnhalle gereinigt worden. Trotz der Maßnahmen fanden Sportler eine tote Maus in der Halle. Wurde nicht ordentlich geputzt?

In den Osterferien ist die Turnhalle der Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße gereinigt worden. Dort hatten in den vergangenen Monaten unterm Strich fast 600 Asylbewerber vorübergehend eine Bleibe gefunden. Seit Montag steht die Halle Schülern und Sportlern wieder zur Verfügung. Doch entgegen der Ankündigung des Landratsamtes ist die Sporthalle offenbar nicht gründlich gereinigt worden. Nutzer klagen über üblen Geruch, jede Menge Staub und Fussel – in einem Geräteraum entdeckten die Handballer der HSG Isar-Loisach am Dienstagabend beim Training den Kadaver einer Maus.

Rektorin entgegnet Gerüchten

Magdalena Singer, Rektorin der Geretsrieder Mittelschule, ist es wichtig, in diesem Zusammenhang keine Gerüchte aufkommen zu lassen: „Dieser Schmutz wurde nicht von den Flüchlingen hinterlassen. Das sind Verunreinigungen, die sich im Laufe der Jahre während des Sports dort angesammelt haben. Man hat das wohl aufgrund der ständigen Nutzung der Halle ignoriert. Nun fällt das auf – weil der Geräteraum zur angekündigten Generalreinigung leer geräumt worden ist.“

Sportler: "Das ist eine Zumutung"

Michael Newel beschwerte sich per E-Mail bei der Stadtverwaltung. Das Vorstandsmitglied des TuS Geretsried hatte von einigen Nachwuchssportlern in dieser Woche Klagen über die angeblichen Missstände in der Mittelschulturnhalle gehört und sich daraufhin selbst vor Ort ein Bild gemacht. „Ich habe die Kommentare der Kinder erst nicht richtig glauben wollen“, berichtet er im Gespräch mit unserer Zeitung. Beim Besuch der Turnhalle änderte sich dies: „Das ist eine Zumutung. Wenn ich daran denke, stellen sich mir noch heute die Nackenhaare auf.“

Die Stadt reagierte nicht auf die Hygienemängel

Auf seine erste E-Mail an die Stadt Geretsried erhielt er zwar eine Antwort, in der ihm zugesichert wurde, dass die Hygienemängel behoben würden. Dann folgte jedoch die Ernüchterung: Der Zustand war am Donnerstagabend unverändert – nicht einmal die tote Maus war laut Newel aus dem Geräteraum entfernt worden. Der Geretsrieder kann das nicht nachvollziehen: „Darum muss man sich doch sofort kümmern. Die Stadt kommt an dieser Stelle ihrer Sorgfaltspflicht nicht nach“, urteilt der Unternehmer. „Ich habe nicht das Gefühl, dass man mein Anliegen ernst nimmt.“

Wieder verfasste der 52-Jährige ein Schreiben an die Stadt – und erhielt postwendend eine Antwort. „Man hat mir zugesagt, dass jetzt etwas unternommen wird.“ Laut Newel will die Kommune den Druck auf die Putzfirma erhöhen. Außerdem habe er erfahren, dass die Stadt darüber nachdenkt, die Reinigungsfirma zu wechseln: „Die Putzleistung muss wohl in den letzten Jahren regelmäßig nicht zufriedenstellend gewesen sein“, mutmaßt er.

Am Montag steht ein Besichtigungstermin an. Mitarbeiter des Bauhofs wollen sich vor Ort ein Bild von der Situation machen.

von Dominik Stallein und Michael Goder

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