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Die Bevölkerung Geretsrieds wird in den nächsten Jahren wachsen. Damit wird auch der Radverkehr zunehmen.

„Klimafrühling Oberland“

ADFC fordert Radkonzept für Geretsried

Mehr Fuß- und Radwege fordert der Geretsrieder ADFC in der Stadt. Im Rahmen des „Klimafrühling Oberland“ diskutierten die Mitglieder mit den Stadträten Ringer und Werner.

Geretsried – Noch bis zum 9. März veranstalten die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen an verschiedenen Orten die Info- und Diskussionsreihe „Klimafrühling Oberland“. Am Samstag diskutierte der ADFC-Kreisverband im Fahrradgeschäft Oswald an der Adalbert-Stifter-Straße mit den Stadträten Prof. Dr. Detlev Ringer (Bündnis 90/Grüne) und Wolfgang Werner (SPD) über die Verbesserung des Radverkehrs in Geretsried.

„Wir brauchen noch mehr Unterführungen für Radfahrer und Fußgänger“, forderte Vorstandsmitglied Martin Ziegler. Detlev Ringer versicherte ihm zwar, dass für den Bau eines Rad- und Fußgängertunnels unter der viel befahrenen Tattenkofener Straße im städtischen Haushalt 1,1 Millionen Euro bereitgestellt wurden und der Bau bald erfolgen wird. Doch dies reicht dem ADFC nicht aus. Auch der von der Blumenstraße unterbrochene Radweg im Geretsrieder Norden könnte an dieser Nadelöhr-Ausfahrt mehr gesichert werden. Zumal am nahe gelegenen Lorenz-Areal etwa 600 Wohnungen entstehen werden und somit ein Zuzug von 1500 Menschen erwartet wird. „Innerhalb dieses Wohngebiets wird es Fuß- und Radwege geben“, versicherte Ringer. Er sieht Architekt Klaus Kehrbaum, der auch die Planungen für die Zentrumsumgestaltung am Karl-Lederer-Platz entworfen hat, hier in der Pflicht. „Wir haben von ihm noch kein durchdachtes Konzept zum Radverkehr in den Neubaugebieten gehört“, bedauerte der Grünen-Stadtrat.

Diskussionsrunde: Im ehemaligen Kino und heutigen Fahrradgeschäft Oswald tauschten sich Mitglieder des ADFC mit den Stadträten Prof. Dr. Detlev Ringer (4. v. li.) und Wolfgang Werner (7. v. li.) aus.

Sein Stadtratskollege Wolfgang Werner setzt auf die Neuauflagen des Flächennutzungsplans, des Sportentwicklungsplans sowie des Klimaschutzkonzepts der Stadt. „Da müssen auch Radkonzepte miteinfließen“, forderte der Sportreferent. In seinen Erhebungen erfuhr Werner, dass der Radsport in Geretsried noch vor Fußball und Eishockey den meisten Zuspruch erfährt.

Birgit Sachers und Nikolaus Wiedemann wünschten sich vor allem mehr Sicherheit für Radfahrer im Straßenverkehr. „Obwohl es in der Jahnstraße eine Tempo-30-Regelung für Autofahrer gibt, radeln viele Radfahrer aus Angst auf dem Gehsteig“, beobachte Wiedemann. Einig waren sich alle ADFC-Mitglieder darüber, dass Bordsteine nicht nur im Winter ein Sicherheitsrisiko für Radfahrer darstellen. So haben die Stadträte am Ende viele Anregungen mit nach Hause genommen.

Ein sehenswerter Dokumentarfilm über Radfahrerinitiativen in Stuttgart sowie ein Vortrag des Stadt- und Verkehrsplaners Paul Bickelbacher lieferten weitere wertvolle Ansätze, die aber den meisten der rund 20 Gäste schon vorher bewusst waren. Vertreter der Autofahrerlobby waren wie erwartet nicht gekommen.

Peter Herrmann

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