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Das Fahrradfahren müssen viele Flüchtlinge in Deutschland erst lernen. In anderen Ländern ist es nicht so verbreitet. 

Jahresversammlung in den Ratsstuben

ADFC macht sich für Flüchtlinge stark

Der Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) will Asylbewerber integrieren. Das Problem: Viele haben noch nie auf einem Sattel gesessen. 

Geretsried Pünktlich zum Start der neuen Radsaison trafen sich 20 Mitglieder des Kreisverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zu ihrer Jahreshauptversammlung in den Ratsstuben. Neben verkehrspolitischen Berichten aus Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz sowie einer Vorschau auf kommende Touren, kündigte das Vorstandsteam eine Kooperation mit den Geretsrieder Asylbewerberhelfern an.

„Wir wollen Radtouren mit Flüchtlingen veranstalten, stecken aber noch in den Kinderschuhen“, sagte Vorstandsmitglied Josefine Hopfes. So hätten sich die Geretsrieder Asylkoordinatorin Suzan Jarrar und die ebenfalls in der Flüchtlingshilfe engagierte Stadträtin Sonja Frank in Gesprächen zwar sehr aufgeschlossen gezeigt, entsprechende Kontakte herzustellen. Eines der Hauptprobleme sei aber, dass Zuwanderinnen aus arabisch-sprachigen Ländern zum Teil noch nie auf einem Fahrradsattel gesessen haben. Deshalb kämen zunächst nur Männer mit Migrationshintergrund infrage.

Der Run auf die Alltagstouren ist groß

Dass die Resonanz auf die vom ADFC-Kreisverband organisierten, allgemeinen Touren groß ist, bestätigte Magdalena Rajcsanyi. „Im letzten Jahr waren 133 Leute dabei “, berichtete sie. Auch das Angebot für die kommenden Monate kann sich sehen lassen. Die Touren sind in verschiedene Schwierigkeitsgrade aufgeteilt, sodass auch Senioren und Kinder mitradeln können. „Im Vordergrund steht immer die Freude am Radfahren und nicht die Leistung “, unterstrich Birgit Sachers vom Vorstandsteam.

So können Alltagsradler zum Beispiel am 7. Juli eine gemütliche 25-km-Tour von Geretsried nach Egling (hin und zurück) mit Weißwurstessen buchen. Wer es sportlich anspruchsvoller mag, ist wahrscheinlich bei der fünftägigen Ostallgäu-Fahrt (15. bis 19. Mai) besser aufgehoben. Zudem ist der ADFC am 6. und 7. Mai mit einem Stand bei den Geretsrieder Mobilitätstagen vertreten.

Josefine Hopfes zeigte sich enttäuscht darüber, dass das interkommunale Stadtradeln im Sommer diesmal nur in Wolfratshausen, nicht aber in Geretsried stattfindet. „Wir werden aber auf jeden Fall dabei sein“, kündigte sie an. So gab es in der Jahresbilanz des Kreisverbands eigentlich nur einen Wermutstropfen. „Die Zugriffe auf unsere Website waren überschaubar, da ist noch Luft nach oben“, sagte Internetbeauftragter Klaus-Dieter Redeker. Die Erklärung scheint aber einfach: Radfahrer sind eben lieber im Freien aktiv, als zu Hause vor dem Computer zu sitzen. Peter Herrmann 

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