Gemütlichkeit nur noch bis Samstag: Der Waldsommer endet wegen eines Streits zwischen Festwirt und Stadt früher.
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Gemütlichkeit nur noch bis Samstag: Der Waldsommer endet wegen eines Streits zwischen Festwirt und Stadt früher.

Kundgebung am Sonntag um 11 Uhr

Ärger um Waldsommer Geretsried: CSU sagt Stammtisch ab

Am Samstag gibt es nochmal Programm auf dem Waldsommer, dann ist Schluss. Für Sonntag organisiert der Festwirt eine Protestaktion - mit der Einladung an Politiker. Die CSU allerdings hat ihren Stammtisch bereits abgesagt.

Geretsried – Der Hinweis des Dritten Bürgermeisters Gerhard Meinl auf den Vertrag mit der Stadt, der den Waldsommer 2021 vom 20. bis 29. August festlegt, scheint Christian Fahrenschon nicht zu kümmern. In einer offiziellen Pressemitteilung wiederholte der Gastronom am Freitag, dass das Volksfest an der Jahnstraße einen Tag eher als geplant, am Samstag, 28. August, um 22 Uhr, ende. „Aufgrund nicht mehr nachvollziehbarer Auflagen und der behördlichen Willkür schließt der Waldsommer in Geretsried bereits am Samstag seine Pforten“, schreibt die Firma Fahrenschon mit Sitz in Rosenheim.

„Wir Schausteller stehen voll hinter Herrn Fahrenschon“

Wie berichtet ist für Sonntag ab 11 Uhr eine Kundgebung auf dem Festplatz an der Jahnstraße geplant – vor leerem Biergarten und still stehenden Fahrgeschäften. Die Schausteller, das Servicepersonal und der Wirt wollten dadurch „ihren Frust darüber zum Ausdruck bringen, wie man momentan mit den für diese Branche wichtigen Veranstaltungen verfährt“, heißt es. Ludwig Trollmann, Inhaber des gleichnamigen Schokofrüchte-Stands und seit Jahrzehnten auf dem Geretsrieder Sommerfest vertreten, sagte gegenüber unserer Zeitung: „Wir Schausteller stehen voll hinter Herrn Fahrenschon. Wir wollen mit der Demo ein Zeichen setzen, dass die Politik uns mit ihren strengen Corona-Regeln auf Dauer ruiniert“.

Der Streit hatte sich entzündet an einem Bescheid der Stadt, in dem der Einsatz von bis zu neun Sicherheitskräften am Abend, jedoch mindestens vier Männern, verlangt wird. Auch bei geringem Besucheraufkommen sollte gewährleistet sein, dass zwei Ordner im Biergarten und zwei auf dem Rummelplatz nach dem Rechten schauen. Christian Fahrenschon hatte am verregneten Dienstagabend mit kaum Gästen zwei der vier Sicherheitskräfte vorzeitig nach Hause geschickt. Die Polizei war gekommen, der Verstoß wurde als Ordnungswidrigkeitsanzeige dem Landratsamt zur Prüfung vorgelegt.

Fahrenschons Bitte, an den weiteren, laut Wetterbericht außer Mittwoch ebenfalls verregneten Tagen, von der Vier-Mann-Regelung abzuweichen, wollte man im Rathaus nicht nachkommen. Die Familie Fahrenschon spricht von „strengen und willkürlichen Auflagen der Stadt Geretsried“, die es fast unmöglich machten, den Waldsommer geöffnet zu lassen“. Dritter Bürgermeister Meinl dagegen erklärte, der am 20. August ausgestellte Genehmigungsbescheid sei nun einmal rechtsgültig und vom Wirt nicht angefochten worden. Deshalb habe er sich ohne Ausnahmen an die Vorgaben zu halten.

Samstag Programm, Sonntag Protestaktion

In der Pressemitteilung werben die Festveranstalter noch einmal mit einem „tollen und abwechslungsreichem Programm“, das auf die Besucher am Samstag wartet. Der Küchenchef wird am Mittag saftige Bauernenten frisch vom Grill servieren. Ab 13 Uhr treten Clown Tobi mit seinen Luftballonfiguren und der Kasperl auf. Am Abend spielt die Harthauser Musi zum Ausklang. Nach Auskunft des Landratsamts gilt die seit Freitag für den Landkreis bestehende 3G-Regel nicht für den Waldsommer, da es sich um eine Veranstaltung ausschließlich im Freien handle.

Am Sonntag, der als Frühschoppen einiger politischer Gruppierungen genutzt werden sollte, findet um 11 Uhr die Kundgebung statt, an der laut Fahrenschon auch der Präsident des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und Schausteller, Wenzel Bradac, teilnehmen wird. Fahrenschons Einladung an die Politiker, sich bei der Gelegenheit, die Sorgen der Branche anzuhören, nimmt zumindest die CSU, die ihren Stammtisch mit Bundestagskandidat Alexander Radwan auf dem Waldsommer geplant hatte, nicht an. Wie der CSU-Ortsvorsitzende und Stadtrat Martin Huber erklärt, werde vom Ortsverband oder vom Stadtrat niemand offiziell dabei sein.

Tanja Lühr

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