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Zur Sache ging es am Sonntag im Bayernliga-Match zwischen Geretsried und Dorfen. Auch ESC-Topscorer Ondrej Horvath (vorne) kassierte eine Zehn-Minuten-Strafe – allerdings wegen Reklamierens.

Geretsried

Aggressiv, aber nicht unfair

Eishockey - Die River Rats haben die drittmeisten Strafminuten in der Bayernliga. Trainer Florian Funk nimmt sein Team jedoch in Schutz.  Schiedsrichter-Obmann Andreas Polz mahnt mehr Fairplay bei den Zuschauern an.

Dass ein Hubert Jellen oder ein Wolfgang Patzelt die eine oder andere Minute auf der Strafbank verbringen mussten und ein Andreas Hölzl auch mal vom Schiedsrichter vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, das hat es im Geretsrieder Eishockey schon gegeben. Drei Spielerdauer-Disziplinarstrafen, wie am Sonntagabend im Bayernliga-Match gegen Dorfen, das ist ein Novum. Sind die River Rats – mit insgesamt 368 Strafminuten und im Schnitt 20,44 Minuten pro Match das Team mit den drittmeisten Strafzeiten – also eine „Kloppertruppe“? Zumal man auch in der Kartei der „Bösen Buben“ mit Markus Ritschel auf Rang vier (59 Strafminuten, darunter zweimal Spieldauer und einmal Match) sowie Moritz Lauer (40) und Bernhard Jorde (39) gut vertreten ist.

„Wir haben zu Beginn der Saison viele Strafzeiten bekommen, weil wir nicht schnell genug waren. Das ist sehr viel besser geworden“, sagt Trainer Florian Funk. Er findet, dass seine Verteidiger Jonas Köhler (Ellbogencheck) und Nino Poch (Kniecheck) zu hart bestraft worden sind. „Beide sind absolut faire Spieler“, so der Coach. In beiden Szenen seien Foul und Verletzungsfolge eher unglücklich gewesen. Auch Markus Ritschel, der wegen eines Stockfouls in die Kabine musste, „kann man keine Absicht unterstellen“. Funk bedauert, dass die Partie im mittleren Drittel aufgrund der vielen Strafzeiten gekippt sei. „Auch die Stimmung auf dem Eis war dann ganz anders.“ Er ist jedoch der Meinung, dass seine Schützlinge zwar „aggressiver, aber nicht unfair“ aufgetreten seien.

Schwer mit einem Urteil tut sich Andreas Polz. Als Schiedsrichter-Obmann ist er dafür zuständig, dass auf dem Eis die Regeln eingehalten werden – als Geretsrieder ist er natürlich am ESC interessiert. „Die Mannschaft spielt sicherlich nicht übertrieben hart“, sagt Polz, der auch am Sonntag als Beobachter vor Ort war. Die Fouls, die zu den Ausschlüssen geführt haben, seien auch nicht bösartig gewesen – „eher ein bisschen ungeschickt“. Dennoch lässt der Obmann keinen Zweifel daran, dass die Maßnahmen des Referees korrekt waren: „Das hatte alles Hand und Fuß.“ Auch die Kritik, dass der Hauptschiedsrichter die Szenen nicht gesehen habe, weist Polz zurück: „Bei großen Strafen müssen die Linesmen ihren Head sogar darauf aufmerksam machen.“ Was den Obmann am Geretsrieder Eishockey mehr stört, sind die vielen Zwischenrufe aus dem Publikum: „Das ist wirklich schlimm, was sich Schiedsrichter oder verletzte Spieler anhören müssen. Fairplay ist für viele offensichtlich ein Fremdwort." tw

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