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Jeder Einzelne in der Gruppe ist wichtig: Dieses Gefühl gibt Alan Brooks (li.) den Schülern bei seinen Tanzprojekten.

„Die Kinder sind fantastisch“

Alan Brooks gibt besonderen Tanzkurs an Mittelschule

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Geretsried – An einem ungewöhnlichen Tanzprojekt haben die Achtklässler und die Praxisklasse der Geretsrieder Mittelschule teilgenommen. Eine Woche lang wurde jeden Tag vier Schulstunden trainiert.

„Es war gigantisch zu sehen, wie sich die Schüler in dieser kurzen Zeit entwickelt haben“, berichten Nicole Bräunl-Mayer und Cornelia Wiljelm-Schier. Die beiden Lehrerinnen hatten den Kurs organisiert.

Geleitet wurde das Projekt von dem Tanzpädagogen Alan Brooks. Der gebürtige Engländer hat selbst eine „tanzfreie Jugend“ verbracht. Seine Leidenschaft geweckt wurde ausgerechnet durch einen Schulworkshop. Brooks begann klassischen und zeitgenössischen Tanz zu studieren. Während seines Engagements am Scottish Dance Theatre ließ er sich zum Tanzpädagogen ausbilden.

Schnell wurde man auch in Deutschland auf den jungen Mann aufmerksam. Im Auftrag des bayerischen Kultusministeriums leitete Brooks von 2009 bis 2013 das Projekt „Schultanz in Bayern“. Ein Jahr später übernahm er als Lehrbeauftragter der Universität Augsburg das Nachfolgeprojekt „Tanz in bayerischen Schulen“. Auch an der Geretsrieder Mittelschule ist der Engländer kein Unbekannter. „Vor zwei oder drei Jahren hat er mit meiner Praxisklasse schon einmal ein Tanzprojekt durchgeführt“, berichtet Cornelia Wilhelm-Schier. „Wir waren so begeistert, dass wir uns umgehend bemüht haben, ihn wieder hierher zu bekommen.“

Das Erfolgsrezept des 41-Jährigen: Er gibt jedem Schüler das Gefühl, wichtig zu sein. Hebt zum Beispiel einer aus der Gruppe nicht mit den anderen zusammen die Hände, stoppt Brooks sofort: „Ich warte auf Dich. Du bist für uns wichtig. Ich brauche Dich.“ Die Musik und die Choreografie stehen eher an zweiter Stelle. Vielmehr sollen die Jugendlichen lernen, durch Bewegungen ihre Gefühle auszudrücken. Auf diese Weise entdecken sie auch ihre Stärken und ihre Kreativität. „Zudem merken sie, dass jeder Einzelne für die Gruppe wichtig ist“, unterstreicht Nicole Bräunl-Mayer.

Dass durch die Anerkennung der Leistung jedes Einzelnen auch dessen Selbstwertgefühl gestärkt wird, steht außer Frage. Die Lehrerin macht dies unter anderem an einer Szene fest: „Eine Aufgabe war, dass jeder einen Solotanz mit fünf vorgegebenen Elementen aufführen darf. Sofort hat sich eine Schülerin gemeldet, die die Erste sein wollte. Das war für mich Gänsehaut pur.“ Die tatsächliche Präsentation, sagt Alan Brooks, sei dabei eher zweitrangig. „Die Kinder sind fantastisch – so oder so.“

sh

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