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Albert Holzer

Nachruf 

Albert Holzer war „viel zu gut für diese Welt“

Gelting trauert um Albert Holzer. Der ehemalige Chef der Brauchtumsgruppe ist mit 69 Jahren gestorben.

Geretsried – Albert Holzer muss vieles richtig gemacht haben in seinem Leben. „Mei, der Bertl war hilfsbereit, fleißig, witzig, unterhaltsam und eigentlich zu gut für diese Welt“, sagt Schorsch Hoffmann über seinen besten Freund. Nur eines trägt er dem Bertl nach: Er ist viel zu früh von dieser Welt gegangen. Holzer starb am vergangenen Mittwoch im Alter von 69 Jahren nach mehrmonatiger schwerer Krankheit. Er hinterlässt seine Frau Ilse und die drei Söhne Sebastian (33), Tobias (31) und Korbinian (29).

Hoffmann und Holzer, beide Geltinger, kennen sich seit Teenagerzeiten aus dem Burschenverein. Richtig dick wird ihre Freundschaft aber erst, als sie mit Hansi Buchhierl innerhalb der Brauchtumsgruppe den Dreigsang gründen. Nach dem Ausstieg von Buchhierl und dem Einstieg von Heinz Polta und Sigi Berger wird daraus ein Quartett. „Bis 1994, bis zur Trennung von der Brauchtumsgruppe, haben wir zusammen gesungen.“ Die Pflege der bayerischen Kultur, das ist ein riesiges Steckenpferd von Holzer. Nach der Gründung der Brauchtumsgruppe Gelting im Jahr 1975 hauchen seine Mitstreiter und er als Chef einigen eingeschlafenen Gepflogenheiten wie Silvesterritt, Almfest, Hoagascht und Bräselhawer Essen neues Leben ein.

Holzer findet auf der deutschen Landkarte zwei weitere Orte mit dem Namen Gelting und knüpft mit deren Bürgern Freundschaften, die bis heute halten. Er organisiert Feste wie die 100-Jahr-Feier der örtlichen Feuerwehr, deren aktives Mitglied und – zeitweise – Erster Kommandant er ist. Die Fahnenweihe der Brauchtumsgruppe 1986 und die 1400-Jahr-Feier Geltings 1994 fallen ebenfalls in seine Ägide. Und obwohl der Name nicht in seinem Pass steht: Holzer gründet 1993 den Ortsverband der Königlich Bayerischen Josefspartei und bleibt bis zu seinem Tod dessen Vorsitzender. Nicht zu vergessen: Wenn Anfang Dezember ein Mann mit echtem – nicht aufgeklebtem – Zwirbelbart den Geltinger Kindern Säckchen mit Süßigkeiten bringt, steckte unter dem Nikolausgewand nicht selten Albert Holzer.

Der Tag im Leben des Geltingers, der später nach Geretsried umzieht, muss mehr als 24 Stunden gehabt haben. Denn neben seinen vielen ehrenamtlichen Aufgaben macht er bei der Landesbausparkasse Karriere, arbeitet sich zum Gebietsdirektor hoch. Vor allem aber zieht Holzer mit seiner Ilse drei Söhne groß. Alle drei spielen in ihrer Jugend beim TuS Eishockey. „Ilse und Albert haben sie überall hinkutschiert“, sagt Spezl Schorsch Hoffmann. „Das war logistisch gar nicht leicht. Die Buben haben ja in unterschiedlichen Altersklassen gespielt.“ Korbinian, der Jüngste, ist der talentierteste: Via Bad Tölz, Regensburg und Düsseldorf schafft er es in die heiligen Hallen des Eishockeys: Aktuell verteidigt der Nationalspieler in der nordamerikanischen Profiliga NHL für Anaheim.

Albert Holzer wird an diesem Donnerstag um 10 Uhr auf dem Geltinger Friedhof beerdigt. „Der Abschied von ihm ist sehr schwer“, sagt Schorsch Hoffmann. „Ich möcht’ so gern alles machen: den Sarg tragen, die Fahne halten. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.“ peb

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