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„Da sind wir uns ja einig“: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (2. v. li.) zur geplanten Verlegung der B 11 bei Geretsried. CSU-Stimmkreisabgeordneter Martin Bachhuber (li.), der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan (re.) und Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller nehmen’s zur Kenntnis. 

Statements zu B 11 und S 7

Alexander Dobrindt zu Gast in Geretsried

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Blitzbesuch im Rathaus: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat sich am Montagabend ins Goldene Buch der Stadt Geretsried eingetragen. Bei dieser Gelegenheit unterstreicht er seinen Willen, die S 7-Verlängerung vorantreiben zu wollen.

Geretsried – Die Funktionsträger der CSU im Landkreis haben in der Amtszeit von Ministerpräsident Edmund Stoiber gelernt, sich zu gedulden. Bundesverkehrsminister Dobrindt soll um 18.45 Uhr im Rathaus eintreffen, doch um 19 Uhr fehlt von ihm noch jede Spur. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan, Stimmkreisabgeordneter Martin Bachhuber, Vize-Kreisvorsitzende Sabine Lorenz, Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl, der Geretsrieder CSU-Chef Ewald Kailberth und sein Fraktionssprecher Volker Reeh überbrücken die Wartezeit mit Gesprächen über den (Noch-) Fußball-Zweitligisten 1860 München, den schlechten Service einiger Autohäuser, die Zeit vor der Erfindung des Handys und die heraufziehende Eisglätte auf den Straßen im Landkreis.

Nachfragen „leider nicht möglich“

Um 19.15 Uhr rollt der dunkle Dienstwagen des Bundesministers vors Rathaus. Doch Dobrindt steigt nicht aus. Er telefoniert. „Da geht’s bestimmt um Grube“, wird im kleinen Sitzungssaal gemutmaßt. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, ist am Montag überraschend zurückgetreten. Thomas Loibl, Presseferent der Stadt Geretsried, blickt einmal mehr auf die Uhr. Er bitte die Pressevertreter höflich um Verständnis, aber „Nachfragen an den Herrn Minister sind leider nicht möglich“. Denn im Autohaus Pennig wartet man beim Neujahrsempfang der CSU auch schon ungeduldig auf den Bundesverkehrsminister.

Dobrindt: B 11-Verlegung ist „dringend erforderlich“

19.26 Uhr: Ein gut gelaunter Dobrindt und Bürgermeister Michael Müller (CSU) betreten den kleinen Sitzungssaal. Der Minister bittet um Entschuldigung, Müller kündigt an: „Machen wir’s kurz.“ Der Rathauschef bringt seinen Parteifreund in puncto B 11-Verlegung und S-Bahn-Verlängerung auf den aktuellen Stand. Dobrindt hört aufmerksam zu, wirft einen Blick auf die Planskizzen, die Bauamtsmitarbeiter Jan Klinger auf Stellwänden befestigt hat, und stellt fest: „Bei der B 11-Verlegung sind wir uns ja einig.“ Dieses Vorhaben, so Dobrindt, „hätte schon vor 15 Jahren in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden müssen“. Doch nun sei es ja geschehen. Aufgrund des finanziellen Volumens der Maßnahme – es geht um knapp 18 Millionen Euro, die komplett der Bund übernehmen müsste – sei diese Entscheidung „vertretbar“ und „folgerichtig“. Die B 11-Verlegung bei Geretsried sei nicht zuletzt aufgrund der daraus resultierenden Reduzierung des Unfallrisikos „dringend erforderlich“.

Planfeststellungsverfahren für S 7-Verlängerung kann weiterlaufen

Mit Blick auf die geplante S 7-Verlängerung stellt Dobrindt in Aussicht, dass das Planfestellungsverfahren für die Gesamtmaßnahme weiterlaufen kann – während parallel das Trog-/Tunnelprojekt im Bereich Wolfratshausen konkretisiert wird. „Das bekommen wir aber bitte noch schriftlich“, hakt Bachhuber ein.

Um 19.35 Uhr trägt sich der Bundesverkehrsminister ins Goldene Buch der Kommune ein. Den Kugelschreiber darf er anschließend einstecken. Müller: „Das ist ein Geschenk der Stadt Geretsried.“

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