+
Mit Glutnestern in der Dachisolierung hatten die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr nach dem Brand eines Wohnhauses an der Sudetenstraße lange zu kämpfen.

Arbeiten an der Sudetenstraße 

Alles muss raus: So aufwendig ist die Sanierung nach dem Silvester-Brand

  • schließen

An Wohnen ist derzeit nicht zu denken: Nach dem Brand an der Sudetenstraße in Geretsried müssen vier Wohnungen entkernt werden. Das ist extrem aufwendig – und ziemlich teuer. 

Geretsried – Fünf Container stehen im Hof an der Sudetenstraße für die verschiedenen Arten von Schutt bereit. Die Baustelle befindet sich im dritten Obergeschoss: Es handelt sich um die vier Wohnungen der Baugenossenschaft (BG), die seit dem Brand in der Silvesternacht nicht mehr bewohnt werden können. Seit Ende Januar sind Arbeiter dabei, sie wieder nutzbar zu machen. Die Zugänge vor den Wohnungen sind mit Schutzvlies bedeckt. Der Brandgeruch hängt noch in der Luft.

Vermutlich ein verirrter Feuerwerkskörper hatte wie berichtet die Balkone in ein Flammenmeer verwandelt. Das Feuer breitete sich auf den Dachstuhl aus. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten die Flammen zwar noch in der Brandnacht unter Kontrolle bringen, doch Glutnester in der Dachisolierung ließen sie bis zum Nachmittag nicht zur Ruhe kommen.

Vier Wohnungen waren daraufhin nicht mehr bewohnbar. Die Familien sind mittlerweile anderweitig untergekommen. „Wir haben mit der Entkernung angefangen“, berichtet Romy Simko von der Baugenossenschaft in Vertretung von Geschäftsführer Wolfgang Selig. Leitungen hätten bei dem Brand glücklicherweise keinen Schaden genommen, in den Sanitärbereichen müssten lediglich die Einrichtungsgegenstände erneuert werden. „Ausschlag für die Entkernung war nicht die Hitze, sondern der starke Ruß und die damit zusammenhängende toxische Belastung“, sagt Simko. Aus diesem Grund muss alles raus, vom Boden bis zu den Zwischenwänden.

Wandtattoo zeigt, wo Küche war 

In einer der Wohnungen erinnert noch ein Wandtattoo daran, wo die Küche gewesen ist. Statt Töpfen und Geschirr stapeln sich dort nun aber die Werkzeuge der Arbeiter. Aus der Deckenverkleidung wurden verkohlte Holzteile entfernt, der Blick auf die roten Ziegel liegt frei. Kaum vorstellbar, dass hier noch bis Silvester eine Familie ihr Zuhause hatte.

Im nächsten Schritt soll das Dach abgedeckt werden. „Drei Betonträger, auf denen das Dach aufliegt, wurden sehr in Mitleidenschaft gezogen“, so Simko. Die Pfetten, die waagrechten Träger der Dachkonstruktion, müssen erneuert werden. Die Baugenossenschaftsmitarbeiterin sieht diesen Austausch aber eher „als unkompliziert an, da der Dachstuhl über den Wohnungen eins bis drei so oder so abgedeckt wird“.

Inwieweit dies auch bei der vierten geschehen muss, wird derzeit noch untersucht. An den Balkonen halten sich die Arbeiten in Grenzen. „Hier müssen wir nur beim Geländer und dem Bodenbelag tätig werden.“

Simko rechnet damit, dass die Bauarbeiten in der letzten Juliwoche beendet werden können. „Allerdings ist es immer möglich, dass sich bestimmte Arbeiten schwieriger als geplant entpuppen.“ Da auch noch die vierte Wohnung entkernt werden musste, rechnet die BG mit Kosten in Höhe von 520.000 Euro.

Das Dach brach beim Brand durch und muss nun freigelegt werden. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mercedes-Fahrer bringt BMW und Kia zum Kollidieren und flüchtet
Im Gemeindegebiet Egling ereignete sich am Freitag ein Unfall, bei dem eine 26-Jährige leicht verletzt wurde. Der Unfallverursacher flüchtete.
Mercedes-Fahrer bringt BMW und Kia zum Kollidieren und flüchtet
Nach Messerangriff auf Freund der Stieftochter: Wolfratshauser muss in Psychiatrie 
Ein Bierfahrer aus Wolfratshausen muss künftig in der Psychiatrie bleiben. Der Mann war daheim mit einem Messer auf den Freund seiner Stieftochter losgegangen. 
Nach Messerangriff auf Freund der Stieftochter: Wolfratshauser muss in Psychiatrie 
Diskussion der AG 60plus: Pflege braucht Pflege
In den Ratsstuben wird auf Einladung der AG 60plus der SPD rege über das Thema Pflege diskutiert. Besonders ein Lenggrieser ist ganz in seinem Element. 
Diskussion der AG 60plus: Pflege braucht Pflege
Was eine Pfarrerin durch die Seelsorge im Krankenhaus für sich selbst lernt
Kranke besuchen, ihnen zuhören, für sie da sein: Durch Seelsorge im Krankenhaus lernt die Wolfratshauser Pfarrerin Elke Eilert viel für ihr eigenes Leben.
Was eine Pfarrerin durch die Seelsorge im Krankenhaus für sich selbst lernt

Kommentare