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Ehefrau geschlagen: 45-Jähriger muss 3150 Euro zahlen

Geretsried - Mit Prellungen und Hämatomen am Körper flüchtete eine Geretsriederin ins Frauenhaus. Ihr Mann hatte sie geschlagen. Deswegen musste er sich vor Gericht verantworten.

Eine Geretsriederin sucht Schutz im Frauenhaus in Murnau. Die Mitarbeiterinnen schicken sie gleich in die Klinik. Dort werden eine Oberschenkelprellung, Hämatome an der Lippe und am Auge diagnostiziert. Ihr Mann habe sie zu Boden gestoßen und mit der Faust ins Gesicht geschlagen, schildert die Frau (29) dem Polizisten, der sie am Krankenbett verhört.

Wegen Körperverletzung musste sich der Ehemann (45) jetzt vor dem Amtsgericht verantworten. Er wurde zu 3150 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. „Ich habe meine Frau nie geschlagen“, beteuerte der 45-Jährige. Allerdings räumte er ein, sie am 16. August vorigen Jahres im Streit geschubst zu haben. Dabei sei sie nach hinten gefallen. „Ich vermute, sie hat sich gestoßen oder ich bin mit den Armen in ihr Gesicht gekommen“, erklärte der Mann das blaue Auge seiner Frau.

Auch die zweite Anschuldigung, er habe seiner Frau den Ringfinger gebrochen, bestritt der 45-Jährige. Die Verletzung habe sie sich bei einem Sturz beim Spazierengehen zugezogen. „Unsere Ehe war zu Ende. Sie hat sich das ausgedacht, weil sie Angst hatte, dass sie zurück muss“, vermutete er. Das Paar stammt aus dem Mittleren Osten. Während der Mann bereits seit vielen Jahren in Deutschland lebt, kam seine Frau erst nach der Eheschließung vor drei Jahren in die Bundesrepublik. Inzwischen leben sie wieder zusammen. Deshalb machte die Frau von ihrem Zeugnis- und Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Richter Helmut Berger las daraufhin aus einer eidesstattlichen Versicherung vor, die die Geschädigte nach ihrer Anzeige abgegeben hatte. Darin bezichtigte sie ihren Mann, sie geschlagen, getreten und mit Zurückschicken gedroht zu haben.

Der Richter verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 35 Euro. Damit blieb er deutlich unter dem Antrag der Staatsanwältin, die elf Monate Gefängnis auf Bewährung sowie 1000 Euro Geldauflage gefordert hatte. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. „Es ist ein Fall, wie er leider immer wieder vorkommt“, erklärte Berger. „Frauen werden in östlichen Kulturen nicht so behandelt, wie es in der westlichen Welt üblich ist.“ Hinsichtlich des gebrochenen Fingers sprach der Richter den Mann frei. Das blaue Auge der Frau sei jedoch zweifelsfrei auf einen Schlag ins Gesicht zurückzuführen.

rs

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