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Tumult nach Eishockeyspiel

Peißenberg-Fan wegen Körperverletzung angeklagt

Das Eishockeyspiel zwischen dem ESC Geretsried und dem TSV Peißenberg vom 4. Dezember 2015 fand ein Nachspiel vor dem Wolfratshauser Amtsgericht. Ein Fan der Peißenberger Eishackler musste sich wegen Körperverletzung verantworten.

Geretsried – Der 28-Jährige soll gegen Ende des Bayernligaspiels einen Security-Mitarbeiter mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Nach Anhörung mehrerer Zeugen, die die Situation auf der Tribüne des Eisstadions sehr unterschiedlich schilderten, wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.  „An der ganzen Sache war wohl niemand ganz unbeteiligt“, stellte die Staatsanwältin am Ende der Beweisaufnahme treffend fest. Neben dem Angeklagten und dem geschädigten Security-Mitarbeiter (20) waren auch die Ehefrau (22) des Beschuldigten, weitere Ordner sowie der Chef (45) des Geretsrieder Stadionvereins in die Auseinandersetzung verwickelt.

Bengalisches Feuer als Auslöser des Tumults

Auslöser des Tumults war ein bengalisches Feuer, das gegen Ende des letzten Drittels im Peißenberger Fanblock gezündet worden war. „Daraufhin sollten einige Personen des Stadions verwiesen werden. Bei einem Security eskalierte die Situation. Ich wollte ihm helfen, deshalb bin ich dazwischen gegangen“, rechtfertigte der Vereinsvorstand sein Eingreifen. „Der Security hat das Recht, ein Hausverbot zu erteilen.“ Das sei dem Beschuldigten offenbar nicht zu vermitteln gewesen.

„Es kam nach dem Spiel zu einem Gerangel, dabei habe ich ihm mehrfach Hausverbot erteilt“, bestätigte der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes (20). Doch der Peißenberger habe sich weiter zur Wehr gesetzt und ihn geschlagen. „Es hat sich angefühlt wie Faustschläge, mindestens drei“, erklärte sich der Geschädigte seine „Schmerzen an der Schläfe“.

Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe entschieden. „Ich habe niemanden geschlagen. Ich habe nur den Vorstand geschubst, weil der meine Frau gepackt hat“, behauptete der 28-Jährige. Er habe damals lediglich kurz vor Ende des Spiels – das die Gäste übrigens mit 6:4 gewonnen hatten – einige Trinkbecher zurückbringen wollen. Die seien ihm jedoch von einem Ordner mit den Worten „Ihr Drecks-Peißenberger gebt gar nichts mehr ab“ aus der Hand geschlagen worden. Dann gab’s Stress.

Verfahren vorläufig eingestellt

„Vor Ort ließ sich nicht mehr viel klären. Von den Beteiligten wollte keiner etwas gesehen haben“, sagte ein Polizeibeamter. Er habe nicht den Eindruck gewonnen, dass der Angeklagte maßgeblich beteiligt war. „Sonst hätte er vermutlich nicht auf uns gewartet“, ergänzte der Polizist. Wenigstens dieses Verhalten konnte in der Verhandlung geklärt werden: Der strafrechtlich bislang unbescholtene Eishockey-Fan hatte an jenem Abend selbst Strafanzeige erstatten wollen, weil seine Jacke und Hose bei dem Tumult zerrissen worden waren. Angesichts der sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen der Beteiligten ließ sich der genaue Ablauf nicht rekonstruieren. Gegen Zahlung von 500 Euro an die Bergwacht Kochel stellte Richter Helmut Berger das Verfahren gegen den Peißenberger vorläufig ein.

Von Rudi Stallein

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