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900 Euro Geldstrafe

Geklautes Geld finanziert Urlaub: Geretsriederin (25) verurteilt

Der Verteidiger brachte es auf den Punkt. „Das war natürlich eine Riesendummheit“, fasste Rechtsanwalt Holger Hesterberg in einem Satz zusammen, was er von der Sache hielt, die seine Mandantin auf die Anklagebank gebracht hatte. 

Geretsried/Wolfratshausen Die Geretsriederin (25) soll Anfang August vorigen Jahres ihren damaligen Freund um 3900 Euro erleichtert haben. Das Geld soll sie aus einem Briefkuvert entwendet haben, das in einer Jacke des Ex gesteckt hatte – gefüllt mit insgesamt 6300 Euro. Vor dem Amtsgericht, wo sie sich wegen Diebstahls verantworten musste, räumte die junge Frau die Tat als solche ein. „Aber ich habe nur 2500 Euro genommen“, betonte sie mehrmals im Laufe der Verhandlung. Es sei der Tag nach ihrer Trennung gewesen, erläuterte die Angeklagte. Schon mehrmals habe sie versucht, sich von dem Mann (29) zurückzuziehen. „Wir hatten viel Stress, aber ich habe die Trennung nie geschafft“, erzählte die Mutter von zwei kleinen Kindern.

Weil er nicht dazuzahlte, nahm sie das Geld

Als ihr Freund sie am 3. August erneut angelogen habe, „habe ich die Trennung komplett durchgezogen“, so die 25-Jährige. Ein Jahr und sieben Monate hatte die Beziehung gedauert. Sie habe ihm seine Sachen in einer Tüte vor die Tür gestellt. Den Umschlag habe sie in der Wohnung versteckt, nachdem sie 2500 Euro entnommen habe. „Ich habe mir das Geld genommen, weil er 300 Euro im Monat dazuzahlen sollte. Aber das hat er nie gemacht“, rechtfertigte die Beschuldigte ihr Vorgehen.

Ab in den Griechenland-Urlaub

Mit dem Geld buchte sie Flugtickets für sich und ihre Kinder und flog eine Woche in die Sonne nach Griechenland. „Ich hatte gehofft, dass er in der Zeit verschwindet“, sagte die Angeklagte. Aber den Gefallen tat er ihr erst einen Tag nach ihrer Rückkehr aus dem Blitzurlaub.

Der staatenlose Ex-Freund, der als Beruf Friseur angab, beharrte darauf, dass ihm 3900 Euro gestohlen worden seien. „Ich glaube ihm“, sagte die Staatsanwältin und beantragte eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu 30 Euro (gesamt 2700 Euro). Die Verteidigung erachtete angesichts der finanziellen Verhältnisse der arbeitslosen Alleinerziehenden 1200 Euro (60 Tagessätze) für ausreichen.

Das Recht nicht in die eigene Hand nehmen

Am Ende wurde es noch günstiger. Richter Helmut Berger verurteilte die Geretsriederin zu 60 Tagessätzen à 15 Euro (gesamt 900 Euro). Er gehe von 2500 Euro Beute aus, erläuterte der Richter. Zudem handle es sich um eine Beziehungstat, was sich strafmildernd auswirke. „Aber auch wenn es eine Vereinbarung gegeben haben sollte, rechtfertigt das nicht, dass man das Recht in die eigene Hand nimmt“, gab Berger der Verurteilten mit auf den Weg. 

Von Rudi Stallein

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