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Amtsgericht Wolfratshausen

Therapie statt Haft für Ladendiebin mit Zwangsstörung

Schon vier Mal ist eine Geretsriederin (48) wegen Diebstahls verurteilt worden. Zuletzt war sie 2015 zwei Mal mit Bewährungsstrafen von drei beziehungsweise sechs Monaten davongekommen. Trotzdem wurde die Frau im vorigen Jahr rückfällig.

Geretsried – Mitte September steckte sie in einem Wolfratshauser Supermarkt Wein, Sekt, Butter, Tomaten, Wurst und andere Lebensmittel in die Einkaufstasche. An der Kasse bezahlte sie eine Tagesdecke, die restlichen Waren zum Preis von insgesamt 61,48 Euro trug sie ohne zu bezahlen nach draußen. Dort wartete bereits eine Verkäuferin, die das auffällige Verhalten der Geretsriederin bemerkt hatte.

Angeklagte: „Ich kann nicht erklären, warum“

„Das stimmt. Das habe ich gemacht“, bekannte die Angeklagte mit leiser Stimme, als sie am Montag vor Gericht stand. „Aber ich kann nicht erklären, warum.“ Sie leide an einer Zwangsstörung. Deshalb habe sie sich nach ihrer letzten Verurteilung in psychiatrische Behandlung begeben. Obwohl sie alle Termine zuverlässig wahrgenommen habe, war es im September erneut passiert. Deshalb habe die behandelnde Psychologin eine andere Therapieform empfohlen, erläuterte der Bewährungshelfer der Frau. Sie sei wegen ihres zwanghaften Verhaltens inzwischen einem erheblichen psychischen Leidensdruck ausgesetzt. „Sie schickt andere zum Einkaufen, weil sie sich nicht zurückhalten kann. Sie ist eine klassische Bewährungsversagerin, daran wird sich nichts ändern, wenn sie sich nicht behandeln lässt.“

Verteidiger macht sich für Mandantin stark: „Ich traue ihr zu, dass sie das schafft“

Inzwischen versucht die Geretsriederin ihr Problem mittels einer stationären Therapie, die in einer ambulanten Behandlung fortgesetzt werden soll, in den Griff zu kriegen. „Ich sehe ein, dass ich ein Problem habe“, erklärte die 48-Jährige. „Ich traue ihr zu, dass sie das schafft“, machte der Verteidiger sich für seine sichtlich von der Situation gestresste Mandantin stark.

Laufende Therapie bewahrt vor Gefängnis

Nur die laufende Therapie bewahrte die Frau noch einmal vor dem Gefängnis. „Normalerweise hat jemand schlechte Karten, wenn er unter zweifacher einschlägiger Bewährung erneut straffällig wird. Irgendwann ist Schluss, wenn sich nichts Drastisches ändert“, sagte Richter Helmut Berger. Er sah jedoch ebenso wie Staatsanwältin und Verteidiger „Anlass zur Hoffnung, die Problematik, die offenbar vorliegt, zu beheben“. Berger verurteilte die Frau zu einer Haftstrafe von sieben Monaten, die er für fünf Jahre zur Bewährung aussetzte. Als Auflage muss die Verurteilte die Therapie mindestens ein Jahr lang weiterführen.

Von Rudi Stallein

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