Strafgesetzbuch.
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Mit dem Gesetz in Konflikt ist schon mehrfach ein Geretsrieder geraten. Immer spielte Alkohol eine Rolle.

Vorbestrafter Geretsrieder erneut auf Anklagebank

Amtsrichter: „Wenn Sie Ihr Alkoholproblem nicht in den Griff kriegen...“

  • vonRudi Stallein
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Nicht zum ersten Mal musste ein Geretsrieder (25) auf der Anklagebank Platz nehmen. Am Ende der Verhandlung am Wolfratshauser Amtsgericht bekam er einen unmissverständlichen Hinweis.

Geretsried/Wolfratshausen – Schmerzhaft endete der Ausflug mit dem Kraftrad seines Freundes für einen jungen Geretsrieder. Auf dem Parkplatz des Eisstadions stürzte der 25-Jährige. Die Polizei ermittelte: Der Mann hatte mehr als zwei Promille Alkohol im Blut und besaß keinen Führerschein. Deshalb musste er sich kürzlich wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr und Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor Gericht verantworten.

Er saß dem Richter nicht zum ersten Mal gegenüber. Erst im Frühjahr vergangenen Jahres war der Geretsrieder wegen Körperverletzung, Beleidigung und tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt worden. Auch damals war zu viel Alkohol im Spiel gewesen. Darum war eine stationäre Entzugstherapie Teil der Bewährungsauflagen. Die Therapie endete abrupt mit dem Rauswurf des Patienten. Er hatte sich mit seiner Freundin getroffen, was ihm damals untersagt war.

Wenig schlaue Aktion des Angeklagten

Auch bei dem nun verhandelten Fall, der sich am 25. Juli 2020 gegen 17.30 Uhr ereignete, spielte die Frau eine Rolle. Der Angeklagte habe an jenem Tag mit dem Freund und Besitzer des Rollers „sehr viel Alkohol getrunken“, bevor er gesehen habe, dass am Roller der Schlüssel steckte und er auf die „großartige Idee“ kam, seine Freundin zu besuchen, so Verteidiger Stevan Krnjaic. „Das war nicht schlau.“

Ebensowenig schlau war eine weitere Aktion des Angeklagten, der kurz danach erneut verunglückte. Wieder war er stark alkoholisiert, als er mit einem E-Bike gegen ein parkendes Auto krachte. Dabei zog er sich mehrere Knochenbrüche im Gesicht zu und wurde drei Mal operiert. „Die letzte Bewährung hat er zwar verbockt, aber man sollte ihm nochmal eine Chance geben“, plädierte Krnjaic für eine weitere Bewährung für seinen Mandanten. Dieser beteuerte: „Ich möchte die Therapie jetzt durchziehen.“

Wenn Sie Ihr Alkoholproblem nicht in den Griff kriegen, sehen wir uns hier immer wieder.“ 

Helmut Berger, Richter am Amtsgericht Wolfratshausen

Der Staatsanwalt stellte fest: „Wir haben nix Positives. Es wird Ihnen alles hingelegt, aber Sie nehmen nichts wahr. Überlegen Sie mal, was wir für Vertrauen in Sie setzen.“ Der Angeklagte nickte und wirkte leicht beschämt. Richter Helmut Berger folgte in seinem Urteil dem Antrag des Staatsanwalts. Er verurteilte den Geretsrieder zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die er für vier Jahre zur Bewährung aussetzte. Als Auflage ordnete der Richter erneut eine stationäre Suchttherapie an, versehen mit dem Hinweis, dass die Bewährung widerrufen werde, falls der Verurteilte die Therapie abbreche. Berger: „Wenn Sie Ihr Alkoholproblem nicht in den Griff kriegen, sehen wir uns hier immer wieder.“ (rst)

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