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Unter die Haut: Mit dem gleichnamigen Lied von Tim Bendzko beeindruckte Andreas Diekmann aus Gelting die Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ und zog in den sogenannten Recall ein. 

Andreas Diekmann aus Gelting begeistert bei RTL-Castingshow DSDS

Vom Ziegenhirten zum Superstar ?

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Gelting – Drei Jahre nach dem Sieg von Aneta Sablik bewirbt sich erneut ein Wahl-Geltinger in der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS). Am Samstag hatte Andreas Diekmann seinen ersten öffentlichen Auftritt vor der Jury um Dieter Bohlen – und beeindruckte auf der ganzen Linie.

Andreas Diekmann entspricht so gar nicht den Kandidaten, die sonst bei DSDS auftreten. Er ist 38 Jahre alt, trägt Glatze und Vollbart, und hat eine auffällige Lücke zwischen den Schneidezähnen. Er stammt aus Rheinland-Pfalz und zog 2007 für vier Jahre nach Gelting. Nach Zwischenstationen in Starnberg und Weilheim ist er seit zwei Jahren wieder hier.

Im Einspieler vor seinem ersten Studioauftritt zeigt RTL den 38-Jährigen, wie er mit ein paar Ziegen über die Kanalbrücke bei Gelting spaziert. Die Geschichte vom „wahren Naturbursch“, der „echten Frohnatur“ passt ins Format. Tatsächlich ist Diekmann „leidenschaftlicher Schaf- und Ziegenhalter“, wie er selbst sagt. Er nutzt die Tiere für das Coaching von Firmenmitarbeitern. Vor allem aber ist er Sänger und Schauspieler. Sechs Jahre spielte er in Schubecks Theatro, er ist Mitglied in einer großen Münchner Big Band und gibt Gesangsunterricht. Bei einem Casting wurde er gefragt, ob er bei DSDS mitmachen würde – und hat zugesagt.

Dass er in dem Einspieler vielleicht etwas lächerlich rüberkommt mit seinen Ziegen, sieht Diekmann gelassen. Es seien halt „Städter“ gewesen, die den Beitrag gedreht haben, sagt er scherzhaft. Außerdem: „Ich wusste ja, dass das Casting gut gelaufen ist.“ Wichtig war ihm von Anfang an, sich nicht zu blamieren. Und das hat er mit seinem sympathischen Auftritt geschafft. „Das war schon aufregend“, sagt Diekmann. Er hat sich für das Lied „Unter die Haut“ von Tim Bendzko entschieden, „weil Deutsch meine Muttersprache ist“. Seine Interpretation geht der Jury tatsächlich unter die Haut. „Beide Daumen“ gibt es von Dieter Bohlen für den „tierischen“ Auftritt. „Unheimlich frisch, unheimlich jung, unheimlich gut“, findet der Chefjuror den Geltinger. Bohlens Kollegin Michelle sieht das genauso. „Bei Dir möchte ich auch gerne Ziege sein“, bemüht sie die Geschichte vom Ziegenhirten. Der 38-Jährige lächelt, gibt allen vier Juroren höflich die Hand und verlässt mit dem Zettel für den Einzug in den „Recall“, also die zweite Runde, das Studio. Wie weit seine Reise bei DSDS geht, darf Diekmann nicht verraten. Natürlich würde er es gerne in die Live-Shows schaffen und am Ende auch gewinnen. Aber, so sagt er: „Ich nehme den Moment mit. Ich weiß nicht, was es mir bringt. Ich schaue, was passiert.“

Große Aufmerksamkeit hat der 38-Jährige bereits. Die Reaktionen nach seinem Auftritt am Samstag seien der „Wahnsinn“ gewesen, sagt er, vor allem im sozialen Netzwerk Facebook. „Wildfremde Menschen haben mir ihre Freundschaft angeboten.“ Anders als manche Sternchen kann der 38-Jährige mit dem Trubel umgehen. „Ich weiß, in zwei Wochen ist der Hype vorbei.“ Wichtiger dürfte ihm die Reaktion seines sechsjährigen Sohnes gewesen sein. „Der war schon stolz“, freut sich der Papa.

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