Andreas Vogelmeier, katholischer Stadtpfarrer Geretsried
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Freut sich auf seine neue Stelle: Andreas Vogelmeier wird neuer katholischer Stadtpfarrer. Anfang Februar tritt er seinen Dienst an.

Ab Februar

Andreas Vogelmeier übernimmt die Leitung der katholischen Stadtkirche

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Anfang Februar bekommt die Geretsrieder Stadtkirche einen neuen Pfarrer. Andreas Vogelmeier freut sich bereits auf die neue Aufgabe.

Geretsried – Noch ist Andreas Vogelmeier Militärdekan in Fürstenfeldbruck. Anfang Februar wartet auf den gebürtigen Münchner eine neue Herausforderung. Der 49-Jährige übernimmt die Leitung der katholischen Stadtkirche in Geretsried. „Ich glaube, dass das genau zu mir passt“, meint der Seelsorger beim Redaktionsbesuch vor dem verschärften Lockdown.

Geretsried ist einfach anders: Diesen Slogan hat sich die Stadt auf die Fahnen geschrieben, und er trifft in gewisser Weise auch auf Vogelmeier zu. Er stand bereits mitten im Leben, als er sich dazu entschloss, Pfarrer zu werden. Vogelmeier stammt aus einer Lehrerfamilie und wuchs in Dachau auf. Nach dem Schulabschluss entschied sich der junge Mann für ein Musikstudium – Trompete und Klavier. Er studierte je vier Jahre in München und Berlin. In der Bundeshauptstadt merkte er, dass er nicht mehr zu 100 Prozent für die Musik brannte. Doch dann ging sein größter Traum in Erfüllung. „Ich bekam einen Jahresvertrag als Trompeter bei der Staatsoper in Hamburg“, erzählt er.

In den Ferien half Vogelmeier, der 17 Jahre Ministrant gewesen ist, als Messner in seiner Heimatgemeinde aus. „Die Erfahrungen, die ich damals gemacht habe, haben mich nicht mehr losgelassen“, erinnert sich der leidenschaftliche Motorradfahrer. Das Feierliche in den Gottesdiensten, das Singen, die Liturgie, die Gemeinschaft, das habe ihm schon immer gefallen. Dann ging es ganz schnell. Als Spätberufener trat er in das Priesterseminar ein. „Als ich dort mein Zimmer bezog, habe ich gemerkt, dass ich angekommen bin.“ 2005 wurde Vogelmeier in München zum Priester geweiht. Nach fünf Jahren als Diakon und Kaplan in Pfarreien wechselte er zunächst nach Stetten am kalten Markt und fünf Jahre darauf zu den Gebirgsjägern nach Bad Reichenhall. Anfang 2019 kam der Seelsorger nach Fürstenfeldbruck. Nach diesem kurzen Gastspiel geht es nun nach Geretsried.

Dass er Pfarrer ist, sieht man dem Mann mit Vollbart und Brille nicht an. „Ich werde oft auch mit dem Hausmeister verwechselt“, sagt er schmunzelnd. Am liebsten ist er in legerer Freizeitkleidung unterwegs. In den kälteren Monaten trägt er die Bundeswehrstiefel aus seiner Zeit als Militärpfarrer – sie sind bequem und warm. „Ich wollte mit in den Auslandseinsatz und war in Afghanistan, im Kosovo und im Irak“, berichtet Vogelmeier. Dort habe er mit den Soldaten alles geteilt. Das Essen, die Hitze, den Staub, die Angst und das Heimweh.

Insgesamt seien die zwölf Jahre beim Bund sehr prägend gewesen. „Das ist ein eigenes, sehr hierarchisches System, das oft auch sehr effizient ist.“ Deshalb würden seine Predigten auch eher kurz und knackig ausfallen. „Ich versuche mich kürzer zu fassen und dafür mehr Gewicht reinzulegen“, kündigt der Geistliche an.

Zuletzt wurde die katholische Stadtkirche von Interims-Pfarrer Stefan Scheifele betreut, der ebenfalls erst in späteren Jahren zu seiner Berufung als Pfarrer fand. „Wir kennen uns schon seit ein paar Jahren“, verrät Vogelmeier. Die beiden stehen in Kontakt und tauschen sich aus. Bei Besuchen in Geretsried hat sich der Priester bereits ein Bild von seiner neuen Wirkungsstätte machen können. Auch für eine Wohnung – im Pfarrzentrum Heilige Familie – hat er sich bereits entschieden. Auf seine neue Aufgabe in der zivilen Gesellschaft freut sich Vogelmeier.

Profimusiker und Pfarrer stand übrigens nie auf seiner Berufswunschliste, verrät der 49-Jährige. „Ich wollte Soldat, Polizist, Sanitäter oder Feuerwehrmann werden.“ Aber er sei diesen Wünschen als Pfarrer schon sehr nahe gekommen, sagt Vogelmeier. Und zu letzterem hätte er ja bei der Freiwilligen Feuerwehr Geretsried noch Gelegenheit. „Mal sehen, vielleicht wär’ das was.“

nej

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