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Tipps vom Profi: Hermann Böcking (re.) trainiert die 28 gemeldeten Sportler der Geretsrieder Oberland-Werkstätten für den Firmenlauf am Mittwoch.

10. Oberland-Firmenlauf

Oberland-Werkstätten: Ankommen ist alles beim Firmenlauf

Geretsried - Zum zehnten Mal findet am Mittwoch, 8. Juni, der Oberland-Firmenlauf statt. Von Anfang mit dabei: die Mitarbeiter der Oberland-Werkstätten.

Mit 106 Läufern sind die Oberland-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen heuer beim Oberland-Firmenlauf am Start. Die Teilnehmer aus den vier Betrieben Geretsried, Gaißach, Polling und Miesbach heimsen nicht nur regelmäßig den Preis für das „kompakteste Team“ beziehungsweise das „besondere Team“ ein. Sie sind auch von Anfang an und ohne Unterbrechung seit zehn Jahren dabei.

So viele Teilnehmer wie noch nie

„Wir haben dreimal hintereinander den Wanderpokal erhalten, bis er uns blieb“, erzählt Carolin König stolz. Die Betriebsleiterin in Gaißach koordiniert die Teilnahme der Menschen mit geistigen, psychischen und körperlichen Einschränkungen. So viele Läufer wie heuer hat sie noch nie beim Veranstalter cw running angemeldet.

Schon Wochen vor dem Ereignis sind die Werkstätten-Mitarbeiter aufgeregt. Die Geretsrieder mit 28 gemeldeten Sportlern, davon zehn Nordic-Walkern, haben zum zweiten Mal einen professionellen Trainer engagiert. Hermann Böcking kommt jeden Mittwochnachmittag und holt die Gruppe von zehn Frauen und Männern mit Handicap ab, um mit ihnen nach ein paar Aufwärmübungen eine Runde im Wald zu drehen.

"Niemand soll ein negatives Erlebnis haben"

Das Trainingsprogramm unterscheide sich nicht von dem, das er sonst in seinen Kursen abhalte, sagt Böcking. Es gehe darum, Zutrauen in den eigenen Körper zu gewinnen. Geübt werden das lockere Traben und richtige Abrollen der Füße, die Armhaltung und Atemtechnik, die Einteilung der Kräfte. „Jeder soll ankommen. Das ist das Einzige, was zählt“, sagt David Bartels, Assistent der Betriebsleitung in den Geretsrieder Werkstätten. Damit jeder, eventuell teils joggend, teils gehend, die 5,3 Kilometer lange Strecke schafft, wird sie mindestens einmal gemeinsam bewältigt. „Niemand soll ein negatives Erlebnis haben. Wer im einen Jahr noch nicht fit genug ist, kann es im nächsten versuchen“, sagt Carolin König.

"Es macht Spaß, zusammen zu laufen"

Vom ersten Firmenlauf an dabei ist Frank Lehmler. Im vergangenen Jahr habe er 31 Minuten für den Rundkurs durch die Stadt gebraucht, erzählt er. Klar, dass der sportliche 37-Jährige das gute Resultat diesmal toppen will. Kristina Riefert (29) sagt, ihr sei die Zeit nicht wichtig, sondern: „Es macht Spaß, zusammen zu laufen.“ Christian Holzinger (28) bedauert, dass er ausgerechnet am Tag des Firmenlaufs einen Special-Olympics-Wettkampf in Hannover hat. Das professionelle Training mit Böcking nimmt er gerne in Anspruch.

Auf die After-Run-Party auf dem Karl-Lederer-Platz freuen sich alle Mitarbeiter der Oberland-Werkstätten, die mit ihren orangefarbenen T-Shirts fest zum Bild des Firmenlaufs gehören. Betriebsleiterin Dietlinde Schoch nennt den Lauf eine „tolle inklusive Veranstaltung“. Sie sei das beste Beispiel dafür, wie behinderte und nicht behinderte Menschen völlig unkompliziert gemeinsam etwas unternehmen könnten.

Tanja Lühr

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