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Ein Verkehrsschild, das gerne übersehen wird: Anton Horwath will die Lilienstraße sicherer machen. 

Fahren viele in der Lilienstraße zu schnell?

Anwohner will gegen Raser vorgehen

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Geretsried - Das Blumenviertel ist seit 1993 eine 30er-Zone. An der Lilienstraße hält sich allerdings kaum jemand daran. Anton Horwath versucht das seit Jahren zu ändern. 

Geretsried– Wenn Anton Horwath aus dem Fenster schaut, macht er sich Sorgen. Kinder stehen an der Bushaltestelle vor seinem Haus an der Lilienstraße. Sie blödeln herum, schubsen sich, wie Kinder das halt so machen. Ein Auto rollt heran, weicht den Kindern aus – ans Bremsen denkt der Fahrer nicht. Dabei gilt im gesamten Blumenviertel seit dem 30. September 1993 Tempo 30.

Horwath beobachtet das Schauspiel auf seiner Straße bereits, seit er mit seiner Frau im Jahr 1984 in das Haus gezogen ist. Die Situation an der Bushaltestelle sei kein Einzelfall, sagt der 67-jährige Rentner. Da müssten Kinder rennen, um die Straße sicher überqueren zu können. „Es wird gerast.“

Schnelle Autos gezählt, Excel-Tabellen angelegt, Kennzeichen notiert: Horwath hat all das gemacht, um der Stadt zu zeigen, dass Fahrer teilweise mit 60 Stundenkilometern durch die Lilienstraße brettern. „Wenn da mal etwas passiert, ist Chaos“, befürchtet er. Horwath habe das Problem schon an verschiedene Bürgermeister herangetragen. „Kein Bedarf“, sei die wiederkehrende Antwort gewesen.

Zuletzt sei der Geretsrieder in der Sprechstunde bei Bürgermeister Michael Müller gewesen. „Er war sehr nett, aber die Situation ist unverändert“, sagt Horwath. Deswegen wählte er die Nummer der Heimatzeitung und bat, ein weiteres Mal nachzuhaken.

Die Stadt kann keine Auffälligkeiten feststellen

Die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) habe die letzte Messung am 8. März durchgeführt, sagt Pressereferent Thomas Loibl. „Zwischen 13.15 und 16.05 Uhr fuhren 37 Fahrzeuge durch die Lilienstraße, dabei wurden drei Verstöße festgestellt.“ Nach Erfahrung der Verwaltung sei das ein niedriger Wert, berichtet Loibl. „In anderen Gebieten ist er wesentlich höher.“ Daher gebe es keine Veranlassung, Änderungen vorzunehmen. Die KVÜ sei nun aber angehalten, weitere Messungen an der Lilienstraße durchzuführen. „Sollte es Auffälligkeiten geben, müssten wir reagieren“, sagt Loibl.

Anton Horwath will den Verkehr weiterhin beobachten. Die Antwort der Stadt ärgert ihn. „Eine Messung am Nachmittag bringt gar nichts, morgens und abends sind die Stoßzeiten“, sagt er. Der 67-Jährige würde sich Schwellen oder zumindest deutlichere Markierungen auf der Fahrbahn wünschen. Aufgeben wird er nicht, bis er endlich ohne Sorge aus dem Fenster schauen kann.

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