Sie tricksten ihre Opfer perfide aus

Apotheken-Raub in Geretsried: Vier Täter verurteilt 

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Das Landgericht München II hat vier Mitglieder einer südamerikanischen Bande zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten 2016 Apotheken und Geschäfte im Münchner Umland mit einem perfiden Balltrickspiel ausgeräumt.

Geretsried/München –  Das Landgericht München II sah die Taten, die die Staatsanwaltschaft den vier Bandenmitgliedern zur Last legte, als erwiesen an. Ein Teil der Bande soll am 13. April 2016 beispielsweise eine Apotheke in Geretsried um gut 6000 Euro erleichtert haben. Einer der Angeklagten, der Chilene Manuel S., täuschte dabei eine geistige Behinderung vor und warf einen Gummiball über den Kassentresen. Während andere Mitglieder der Gruppe den Verkäufer ablenkten, lief ein weiteres Bandenmitglied dem Ball nach. Dabei nahm er das Geld aus einer der Kassen.

In den folgenden Wochen nutzten die jungen Männer die Gutmütigkeit von einer Vielzahl von Geschäftsleuten im Münchner Umland aus. Allein in einem Rewe-Markt in Kiefersfelden (Kreis Rosenheim) sind noch einmal über 6000 Euro Beute hinzugekommen. Allerdings blieben die Südamerikaner auch bei mehreren Apotheken erfolglos, etwa in Geretsried und Wolfratshausen.

Auch aus diesem Grund änderten sie ihr Geschäftsmodell. Mehrere von ihnen brachen in zahlreiche Häuser im Großraum München ein. 20 000 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von 10 000 Euro erbeuteten sie alleine am 30. Juni 2016 in einem Anwesen in Sauerlach. Zudem versuchten sie im Landkreis München, einen Geldautomaten in die Luft zu sprengen. Drei der vier Täter stammten aus Chile, einer aus Peru. Das Gericht verurteilte Manuel S. nun zu acht Jahren, Eduardo A. zu sieben, Wilson C. zu siebeneinhalb Jahren und Enrique A. zu sechs Jahren Haft. 

Lesen Sie auch: Potenzmittel der „größte Scheiß“ - jetzt drohte Geretsrieder deswegen auch noch Gefängnis

Rubriklistenbild: © dpa / Volker Hartmann

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