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Präsentierten stolz ihr neues Werk (v. li.): die Autoren Friedrich Schumacher, Martin Walter und Werner Sebb sowie Heft-Gestalter Harald Zelfel.

Arbeitskreis Historisches Geretsried

Geretsrieder Munitionsfabriken: Fortsetzungsheft erscheint

Der Arbeitskreis Historisches Geretsried stellte kürzlich ein neues Werk über die Geretsrieder Munitionsfabriken vor. Die Hefte sind bei den Geretsriedern sehr beliebt.

Geretsried – Seit vielen Jahren bringt der Arbeitskreis Historisches Geretsried (AHG) Hefte zur Geschichte der Stadt heraus. Die Nachfrage danach ist so groß, dass einige Bände bereits vergriffen sind und im Einzelfall sogar als E-Book neuaufgelegt werden (wir berichteten). Nun stellte der rührige Verein in der Aula der Karl-Lederer-Schule ein weiteres Werk aus der Serie „Zwei Munitionsfabriken im Wolfratshauser Forst“ vor – und erhielt dafür großes Lob von Bürgermeister Michael Müller.

„Ich möchte mich dafür bedanken, dass Sie die Geschichte Geretsrieds so professionell aufarbeiten“, sagte der Rathauschef in seiner Grußansprache. Die auch von AHG-Sprecher Dr. Wolfgang Pintgen ironisch aufgegriffene Bezeichnung Hobby-Historiker könne man so nicht mehr stehen lassen. Mit Akribie und Detailverliebtheit wurde an der Fertigstellung des Fortsetzungsheftes zu den Munitionsfabriken gearbeitet. Dabei geht es vor allem um die Unterbringung der Beschäftigten der Dynamit-AG (DAG) und der Deutschen Sprengchemie GmbH (DSC). „Für die einfachen Arbeiter errichtete man Bereitschaftslager, für die Ingenieure und die leitenden Angestellten wurden Reichswerkswohnungen zur Verfügung gestellt“, erklärte Martin Walter. Der Geretsrieder kam am 15. März 1942 als erstes Kind im Lager Föhrenwald zur Welt und wohnte bis 1964 im heutigen Wolfratshauser Stadtteil, ehe er sich in Geretsried niederließ. Der heute 75-jährige Zeitzeuge überraschte in seinem Vortrag auch mit kaum bekannten Fakten. So gründeten sich damals mit Negew und Hapoel Geretsried zwei in Vergessenheit geratene Fußballvereine. „Leider gab es nie Begegnungen mit dem TuS, dafür aber Spiele gegen Föhrenwald“, erinnerte sich Walter.

Lager Buchberg und Reichswerkwohnungen

Mit der Geschichte des Lagers Buchberg setzte sich Werner Sebb auseinander. Im Alter von sechs Jahren kam er am 7. April 1946 in die Holzbarackensiedlung, die einen „wenig einladenden Anblick“ bot. „Es war aber auch ein besonderer Anreiz, aus den widrigen Umständen das Beste zu machen“, erzählte Sebb. Nach einem Brand im Sommer 1949 wurden die meisten Baracken im Lager Buchberg am 20. Juni 1950 aufgelöst und die Bewohner in Neubauwohnungen umgesiedelt.

In einem abschließenden Teil berichtete Friedrich Schumacher über die Reichswerkwohnungen, die für die höheren Bediensteten der DAG und der DSC errichtet wurden. Dazu zählten in Wolfratshausen die Siedlung Isarleiten an der Schießstätt- und Alpenstraße sowie die Kronmühle an der damaligen Münsinger Straße 105. In Geretsried galt die Tattenkofener Straße unweit des heutigen Gasthofs Geiger als „bevorzugte Wohngegend“. Am Ende der Vorträge der drei Autoren sicherten sich viele der rund 50 Zuhörer das neue Exemplar der Geretsrieder Hefte.

Verkauf

Erhältlich sind die Dokumentationen zum Preis von zehn Euro beim Arbeitskreis, im Rathaus sowie in der Buchhandlung Ulbrich am Karl-Lederer-Platz.

Peter Herrmann

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