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Bezugsfertig: 250 Plätze stehen in der Asylbewerberunterkunft am Schulzentrum zur Verfügung.

Keine Zuweisung von Flüchtlingen

Asylbewerberunterkunft steht vorerst leer

Geretsried – Die Asylbewerberunterkunft des Landkreises am Schulzentrum ist bezugsfertig. Trotzdem stehen die von der Firma Hawran Vorholz gebauten Holzhäuser für 250 Personen leer.

„Es gibt aktuell keine Flüchtlingszuweisungen von der Regierung von Oberbayern“, sagt Jeffrey Pflanzer von der Sozialabteilung am Landratsamt. Die dortige Pressestelle bestätigt dies. Es sei nicht geplant, am Gymnasium eine Gemeinschaftsunterkunft für jene Asylbewerber einzurichten, die im Moment zum Beispiel noch in der Bayern-Kaserne in München lebten, so die Auskunft der Regierung.

Im Landkreis selbst besteht laut Jeffrey Pflanzer kein Mangel an Unterkünften. Die Turnhallen, Gemeindesäle und anderen öffentlichen Einrichtungen im Landkreis, die mit Asylbewerbern belegt waren, seien alle geräumt, so der Sachbearbeiter. Die neu geschaffenen Sammelunterkünfte wie die Halle im Reichersbeurer Gewerbegebiet oder die Filigran-Halle in Geretsried seien nicht voll belegt. Dort wohnen 60 bis 80 Menschen. Dass der Holzbau am Gymnasium umsonst errichtet wurde, möchte Pflanzer aber nicht sagen. Es sei schwer vorherzusehen, wann die nächste Flüchtlingswelle kommt. „Das hängt viel von Italien ab.“

Weniger entspannt ist die Situation bei den so genannten Fehlbelegern, den anerkannten Asylbewerbern, die eigentlich aus den Sammelunterkünften ausziehen müssten, dort aber geduldet werden, bis sie eine eigene Wohnung finden. 270 dieser Fehlbeleger leben laut Pflanzer im Moment im Landkreis. Ihre Zahl steige „sehr stetig“, da insbesondere Menschen aus Syrien und Afghanistan gute Chancen auf ein Bleiberecht hätten.

Wie Bürgermeister Michael Müller in der jüngsten Stadtratssitzung mitteilte, gibt es aktuell rund 300 Flüchtlinge in Geretsried. Der Rathauschef rechnet mit einem weiteren Anstieg. In Süditalien würden genau so viele Menschen ankommen wie im vergangenen Jahr, sagte er. Sie könnten nicht alle im Land bleiben. „Auch wenn das Thema aus den Medien und dem Bewusstsein verschwunden ist, können wir uns nicht einfach zurücklehnen“, so Müller.

Sorgen bereiten auch ihm die Fehlbeleger. In Geretsried seien bezahlbare Wohnungen wie in anderen Kommunen Mangelware. Der Bürgermeister sieht nicht ein, dass die Unterbringung von anerkannten Flüchtlingen genau wie die Obdachlosenhilfe auf die Kommunen abgewälzt werde. Diese seien überfordert mit der weiteren Aufgabe. Müller kündigte an, eine entsprechende Anfrage im Gemeindetag zu stellen.

von Tanja Lühr

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