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„Da sind keine Schwerverbrecher eingesperrt, die rund um die Uhr kontrolliert werden müssen“: Regierungsdirektor Ulrich Stemmler (am Mikofon) stand Schülern, Eltern und Lehrer am Montagabend in der Aula des Geretsrieder Schulzentrums Rede und Antwort. 

Asylbewerberunterkunft

Der Sicherheitsdienst kommt

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Sieben Tage die Woche, rund um die Uhr: In der Asylbewerberunterkunft am Geretsrieder Schulzentrum wird ein Sicherheitsdienst eingesetzt. Das teilte Regierungsdirektor Ulrich Stemmler am Montagabend in einer Info-Veranstaltung von Gymnasium, Real- und Mittelschule mit. Die Entscheidung war erst wenige Stunden zuvor auf Anraten der Polizei gefallen.

Geretsried – Regierungsdirektor Ulrich Stemmler saß am Montag in seinem Büro nach eigenen Worten „auf glühenden Kohlen“. Er wusste: Sollte die Entscheidung über einen Sicherheitsdienst bis zum Abend nicht kommen, „werde ich gegrillt“. Doch die Würfel fielen rechtzeitig: Vor rund 250 Schülern, Eltern und Lehrern konnte Stemmler in der Aula des Schulzentrums mitteilen, dass in der Gemeinschaftsunterkunft nebenan ein Sicherheitsdienst eingesetzt wird. Zwei Security-Mitarbeiter werden an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr das Gebäude und das Gelände kontrollieren. Nicht nur die drei Schulen, sondern auch örtliche Politiker hatten dies im Vorfeld mit Nachdruck gefordert.

Stemmler: „Da sind keine Schwerverbrecher eingesperrt“

Um Weihnachten war bekannt geworden, dass die Gemeinschaftsunterkunft mit 250 Plätzen nicht vom Landkreis, sondern von der Regierung von Oberbayern betrieben wird. Die verzichtet in der Regel in ihren Einrichtungen auf einen Sicherheitsdienst, weil sie die Bewohner zur Selbstständigkeit erziehen will, wie Stemmler am Montagabend erklärte. Er betonte: „Da sind keine Schwerverbrecher eingesperrt, die rund um die Uhr kontrolliert werden müssen.“ Dennoch hat der Ministerrat im März auf Druck der Öffentlichkeit entschieden, die Sicherheitslage in den Gemeinschaftsunterkünften neu zu bewerten. Zu Pilotkommunen wurden Geretsried und Wolfratshausen erklärt.

Siegmund: „Wir sind im Bereich Asyl nicht mehr gefordert als in der einheimischen Bevölkerung“

Am Montag fand für Geretsried eine Lagebesprechung statt. Laut Stemmler war es die „Forderung“ der örtlichen Polizei, am Schulzentrum einen Sicherheitsdienst einzusetzen. „Es war unser Wunsch“, formulierte es Dienststellenleiter Walter Siegmund. Er stellte klar: „Wir sind im Bereich Asyl nicht mehr gefordert als in der einheimischen Bevölkerung. Die Kriminalität ist nicht höher als in der angestammten Bevölkerung.“ Zugleich bot Siegmund ein Schulwegtraining an. Der Security-Dienst kümmert sich nur um die Sicherheit im Gebäude und auf dem Gelände, außerhalb davon ist die Polizei zuständig. Siegmund warb dafür, sofort die Notrufnummer 110 zu wählen, sollte jemand etwas Verdächtiges beobachten.

Projekttag für die Schüler

Derzeit leben in der Gemeinschaftsunterkunft am Schulzentrum 28 Menschen. Sobald der Sicherheitsdienst installiert ist, soll die Belegung erhöht werden. Schülersprecherin Sabrina Lorenz gab den Wunsch von Mitschülern weiter, sich das Haus anschauen zu dürfen. Regierungsdirektor Stemmler war dazu gerne bereit. Er schlug vor, eine Art Projekttag zu organisieren – bevor die nächsten Asylbewerber einziehen. „Das ist kein Zoo“, machte er deutlich, dass auch die Privatsphäre dieser Menschen geschützt werden muss. 

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