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In die ehemalige Filigran-Lagerhalle an der Geretsrieder Blumenstraße ziehen Flüchtlinge aus anderen Gemeinden.

Belastung hier, Entlastung dort

Asylunterkunft an der Blumenstraße wird bezogen

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Geretsried – Die ersten Asylbewerber haben die neue Sammelunterkunft in Geretsried bezogen. Bürgermeister Müller warnt vor ungerechter Verteilung zu Lasten der Städte.

Es ist soweit: Die ersten Asylbewerber haben die Wohncontainer an der Blumenstraße in Geretsried bezogen, die das Landratsamt in der ehemaligen Lagerhalle der Firma Filigran hat aufstellen lassen (wir berichteten). Weil dem Landkreis derzeit keine neuen Flüchtlinge zugeteilt werden, ziehen sie aus anderen Quartieren im Kreis um.

Die Turnhalle des Ickinger Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums kann dadurch zum Beispiel geräumt werden. 51 Flüchtlinge ziehen von dort nach Geretsried. Hinzu kommen acht Personen, die im Münsinger Gemeindesaal untergebracht waren. Insgesamt ist in der Asylbewerberunterkunft (ABU) an der Blumenstraße Platz für 150 Personen.

Durch die Neustrukturierung werden die Landgemeinden entlastet, Geretsried hingegen belastet. „Wir achten aber weiter auf eine gerechte Verteilung“, sagt Helga Happ, Leiterin der Abteilung Soziales im Landratsamt. Geretsried lag bislang unter der Gemeindequote. „Das wird jetzt ausgeglichen.“

Im Juli wird in Geretsried zudem die Sammelunterkunft am Schulzentrum für bis zu 250 Personen fertig. Ob sie dann überhaupt gebraucht wird, ist unklar. Fertiggestellt werden die Gebäude laut Happ wegen der unterzeichneten Verträge in jedem Fall. Das Landratsamt biete der Regierung von Oberbayern die Holzhäuser dann als so genannte Gemeinschaftsunterkunft an. Das hieße, die Regierung würde sich um Belegung, Betreuung und Sicherheit kümmern und das Landratsamt entlasten. Ob sie das Angebot annimmt, ist offen. Derzeit gibt es keine solche Unterkunft im Landkreis.

Suzan Jarrar, Asylkoordinatorin der Stadt Geretsried, stellt derzeit einen Helferkreis für die Unterkunft in der ehemaligen Filigran-Halle zusammen. Bislang hätten sich 25 Aktive gemeldet, in der ABU am Robert-Schumann-Weg würden derzeit 140 Personen helfen. Geplant seien unter anderem Deutschkurse. Soweit Asylbewerber schon Kontakt zu Helferkreisen in anderen Gemeinden haben, soll dieser gehalten werden. Wie viele Helfer in die Halle dürfen, steht laut Jarrar noch nicht fest. Helga Happ vom Landratsamt sagt, man entwickle gerade ein Konzept, das die Aspekte Fürsorgepflicht und Integration abwäge. Einlasskontrollen werde es definitiv geben.

Bürgermeister Michael Müller (CSU) warnt, Geretsried dürfe nicht darunter leiden, dass die neuen Großunterkünfte so schnell geplant und gebaut wurden. In anderen Gemeinden wurden die Planungen für Asylbewerberunterkünfte wie berichtet eingestellt. Müller: „Wir laufen Gefahr, dass diejenigen, die sich stark engagiert haben, das Thema jetzt mehr bei sich haben.“ Es dürfe nicht passieren, dass sich die Unterbringung in den Städten balle. Jede Gemeinde müsse den Verteilungsschlüssel weiter mittragen. Das Ziel der Regierung, vermehrt auf Sammelunterkünfte zu setzen, nennt der Bürgermeister „den falschen Weg“. In den dezentralen Unterkünften gebe es die wenigsten Probleme.

dor

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