Eine der Attraktionen auf Geretsrieder Spielplätzen: Die Seilbahn „Flying Fox“ am Isardamm.
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Eine der Attraktionen auf Geretsrieder Spielplätzen: Die Seilbahn „Flying Fox“ am Isardamm.

Satzung wird erarbeitet – Jugendrat erstellt Konzept

Auf Antrag der Geretsrieder Liste: Spielplätze sollen schöner werden

Neun öffentliche Spielplätze gibt es im Stadtgebiet, alle Wünsche erfüllen sie jedoch nicht. Um sie zu verbessern, hat die Geretsrieder Liste einen Antrag im Stadtrat gestellt.

Geretsried – Kraxeln, schaukeln, buddeln, wippen: Für manche Kinder ist ein Besuch auf dem Spielplatz das Höchste. „Wir haben ein Angebot, aber es ist ausbau- und verbesserungsfähig“, findet Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste). Seine Fraktion hat daher einen Antrag gestellt, um die öffentlichen Spielplätze zu verbessern. In der jüngsten Stadtratssitzung hatte keiner der Mandatsträger grundsätzlich etwas gegen den Vorstoß. Über die Details gingen die Meinungen jedoch auseinander.

Private Bauherren sollen Ablöse zahlen

Kohlerts Idee ist, eine Spielplatzsatzung zu erlassen. Sie soll privaten Bauherren die Möglichkeit geben, der Stadt eine Ablöse zu zahlen, wenn ein öffentlicher Spielplatz in der Nähe ist. So könnten sie auf eine Fläche für Kinder direkt am Mehrfamilienhaus verzichten, und die Stadt könnte das eingenommene Geld in die öffentlichen Anlagen stecken. „Wenn wir zusätzliche Mittel für die Spielplätze generieren könnten, wäre uns allen geholfen“, argumentierte der Fraktionsvorsitzende der Geretsrieder Liste. Die Neufassung der Bayerischen Bauordnung räume diese Möglichkeit durchaus ein.

Kleine Sandkästen haben ihren Wert, aber natürlich auch der Abenteuerspielplatz, an dem sich Ältere austoben können.

Heidi Dodenhöft, FW-Stadträtin

Vor allem Vertreter der Freien Wähler äußerten in der Sitzung die Sorge, dass durch die Spielplatzsatzung die Flächen für Kinder in Wohnanlagen gänzlich verschwinden könnten. Dort gebe es häufig Sandkästen, die aus Haftungsgründen immer mehr von öffentlichen Spielplätzen verschwinden. „Kleine Sandkästen haben ihren Wert, aber natürlich auch der Abenteuerspielplatz, an dem sich Ältere austoben können“, so Heidi Dodenhöft. Die Flächen an Wohnhäusern sollten Qualität haben, allerdings müsse auch jeder Bauträger entsprechend der Örtlichkeit frei entscheiden können. „Unsere Wohngebäude in Geretsried sind so unterschiedliche, dass individuelle Lösungen die bessere Alternative sind“, fand auch Ann-Kathrin Güner. Dr. Elmar Immertreu (Geretsrieder Liste) gab allerdings zu bedenken, dass an Wohnanlagen Kinder ausgeschlossen würden, die nicht dort wohnen. Andreas Rottmüller plädierte dafür, sich auf die öffentlichen Spielplätze zu konzentrieren. Um private Spielflächen „sollen sich die jeweiligen Eigentümerversammlungen kümmern“, stellte der CSU-Stadtrat klar.

Volker Witte schaut nach dem Rechten

Volker Witte (Grüne) merkte in der Diskussion an, dass er sich freue, dass das Thema Spielplätze angeschoben werde. Er schaut seit über 15 Jahren ehrenamtlich auf den städtischen Spielplätzen nach dem Rechten. „Ich habe jahrelang dafür gekämpft, dass Geräte angeschafft werden und Sandkästen erhalten bleiben“, so Witte. Es sei einiges getan worden.

Kohlert hatte vorgeschlagen, die Ablöse für Bauvorhaben ermöglichen, die innerhalb eines bestimmten Umkreises von einem öffentlichen Spielplatz liegen. Da jedoch sah Zweite Bürgermeisterin Sonja Frank (FW) Schwierigkeiten. „Liegt eine Straße dazwischen? Wie ist das Umfeld?“, warf sie Fragen auf, die ebenfalls eine Rolle spielen müssten. Sie schlug vor, das Thema in einem Ausschuss zu diskutieren, um eine gute Lösung für Geretsried zu finden.

Dafür trat auch Stadtbaurat Rainer Goldstein ein. Grundsätzlich sei jetzt der richtige Zeitpunkt, über eine Satzung nachzudenken. Sie sollte aber im zuständigen Ausschuss erlassen werden. Der Stadtrat beschloss einstimmig, den Vorschlag der Geretsrieder Liste „als Anstoß zu nehmen und in den Entwicklungs- und Planungsausschuss zu verweisen“, wie es Bürgermeister Michael Müller (CSU) formulierte. Er merkte an, dass heuer im Haushalt bereits 45 000 Euro für den Unterhalt der Spielplätze eingestellt seien. 2019 seien es 10 000 Euro gewesen. „Mit diesem Haushalt haben Sie bereits ein Zeichen gesetzt“, sagte Müller an das Gremium gerichtet.

Jugendrat soll mitreden

Wie dieses Geld am besten eingesetzt wird, da soll der Jugendrat ein Wörtchen mitreden. Jugendreferent Felix Leipold (Freie Wähler) hatte in der Sitzung als Ergänzungsantrag eine Bestandsaufnahme der Spielgeräte gefordert. Patrik Kohlert erweiterte dies um die Erstellung eines Spielplatzkonzeptes. Das sei eine „wunderbare Aufgabe“ für den Jugendrat, befand Müller und bat Leipold, dies mit dem Gremium zu erarbeiten.

sw

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