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Ein eingespieltes Team: Für Josef Bialek (re.) und Sohn Marius ist „Puls G“ die fünfte gemeinsame Baustelle. „Er hat in kurzer Zeit schon viel gelernt“, sagt Josef Bialek über seinen Sohn. Beide sind sich einig: „Es macht Spaß, zusammenzuarbeiten.“ Das Projekt am Karl-Lederer-Platz ist derzeit eine der größten Baustellen der Firma Krämmel. Neben Josef Bialek gibt es noch einen weiteren Polier. Marius Bialek arbeitet ebenfalls in einem Team, das aus mehreren Bauleitern besteht. 

Das Bauen fasziniert Vater und Sohn 

Auf der Krämmel-Baustelle arbeiten gleich zwei Bialeks

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Sie arbeiten beide auf der Großbaustelle im Geretsrieder Stadtzentrum: Vater Josef und Sohn Marius Bialek. Wer von den beiden das Sagen hat, verraten uns der Polier und der Bauleiter im Interview. 

Geretsried – Die beiden Männer trennen gut 20 Jahre, aber sie verstehen sich ziemlich gut und arbeiten gerne miteinander. Josef Bialek (52) und sein Sohn Marius (29) sind bei der Firma Krämmel beschäftigt. Zusammen mit ihrem Team sorgen sie dafür, dass auf der Großbaustelle im Geretsrieder Stadtzentrum alles rund läuft. 

Herr Bialek, wollten Sie schon immer in die Fußstapfen Ihres Vaters treten?

Marius Bialek: Mein Vater ist ein Vorbild für mich, weil er einfach alles kann. Ich kenne keinen anderen, der handwerklich so vielseitig begabt ist wie mein Vater.Als mein Onkel gebaut hat, hat Papa die Wände verputzt und Fließen gelegt. Das hat mich von klein auf beeindruckt. Später, als ich zirka 14 Jahre alt war, hat er mich in den Ferien ab und zu auf Baustellen mitgenommen. Ich wollte immer mithelfen, auch wenn ich damals nur zusammenkehren durfte. Aber sogar das hat mir Spaß gemacht.

Also war klar, dass Sie wie Ihr Vater Maurer werden wollten?

Marius Bialek:Ehrlich gesagt, wusste ich nach der Schule nicht, was ich machen soll. Nur irgendwas in der Baubranche musste es sein. Ich wollte fast schon Bauzeichner werden. Aber dann hat mir der ehemalige Geschäftsführer bei Krämmel ein duales Studium zum Bau-Ingenieur angeboten. Dafür hab’ ich mich entschieden.

Josef Bialek:Er hätte auch zur Sparkasse gehen können.

Marius Bialek: Das wär’ nichts für mich gewesen. Ich wollte mitwerkeln.

Die Baustelle am Karl-Lederer-Platz ist für Sie bestimmt etwas Besonderes – schließlich sind Sie beide Geretsrieder.

Josef Bialek: (schmunzelt) Auf jeden Fall. Wir waren dabei, als die Zeitkapsel einbetoniert wurde. Wir haben ein bisschen Geschichte geschrieben.

Marius Bialek: Die Baustelle war mein Zielobjekt. Ich finde es toll, dass ich an der Gestaltung des Zentrums meiner Heimatstadt mitwirken darf.

Seit September wird an „Puls G“ gebaut. Wie viel Beton und Stahl haben Sie schon verbaut?

Josef Bialek: Das dürften 3000 bis 4000 Kubikmeter Beton gewesen sein.

Marius Bialek: Und zirka 550 Tonnen Stahl.

Viele Leute bleiben an den Bauzäunen stehen und schauen Ihnen bei der Arbeit zu. Wie finden Sie das?

Josef Bialek: Es ist immer nett. Man hat Kontakt zu den Leuten, und viele von ihnen kennen wir auch. Sie sind interessiert und stellen Fragen.

Marius Bialek: Soweit es geht, versuchen wir uns auch die Zeit zu nehmen, alle Fragen zu beantworten.

Wie sprechen Sie sich auf der Baustelle an?

Marius Bialek: (lacht)Der Papa ist der Papa, egal, wer da noch dabei steht.

Ist für Sie jede Baustelle gleich?

Marius Bialek: Große Baustellen machen am meisten Spaß. Da kann man sich voll und ganz auf dieses eine Projekt konzentrieren.

Sie sind Polier, Ihr Sohn der Bauleiter. Wie klappt die Zusammenarbeit?

Josef Bialek: Von uns beiden ist mein Sohn eher der Theoretiker, ich bin mehr der Praktiker.

Marius Bialek: Ich bin jemand, der sehr genau ist. Ich bereite alles detailliert vor, gehe auf die Baustelle, dann sprechen wir alles durch.

Josef Bialek: (schmunzelt)Manchmal nimmt er es zu genau. Aber: Ich bekomme dafür alles wie das Schnitzel auf dem Teller serviert und muss nur noch essen.

Sind Sie manchmal unterschiedlicher Meinung?

Marius Bialek: Mein Vater hat 36 Jahre Berufserfahrung, ich bin sechs Jahre in der Bauleitung tätig. Da kommt es schon mal vor, dass man anderer Meinung ist.

Josef Bialek: Es gibt Momente, wo es schon mal kracht, aber wir raufen uns immer wieder zusammen.

Wann bekommen Sie sich in die Haare?

Josef Bialek:Naja, manchmal flipp’ ich aus, wenn er mit Ideen kommt, die wir nicht umsetzen können. Aber das ist egal, welcher Bauleiter dann vor mir steht. Da betrachte ich alle gleich und nehme keine Rücksicht.

Marius Bialek:Bei uns werden keine Türen zugeknallt, so was gibt’s nicht. Mal wird auf beiden Seiten der Ton lauter. Dann denkt man drüber nach, ruft sich an und entschuldigt sich.

Reden Sie privat oft über die Arbeit?

Josef Bialek: Es kommt schon vor, dass wir am Wochenende öfter mal über die Arbeit reden.

Sehr zur Freude Ihrer Frauen...

Marius Bialek: (lacht) Da sagen wir jetzt nichts dazu. Nein, wir schauen schon, dass wir privat nicht zu viel über die Arbeit quatschen.

Josef Bialek:Wir klären wichtige Punkte, und dann ist auch wieder Ruhe.

Machen Sie viel gemeinsam in der Freizeit?

Josef Bialek: Momentan ja. Marius Bialek: Wir sind Fans des FC Bayern und gehen gerne ins Fußballstadion. Wenn wir Karten bekommen, gehen meistens nur wir zwei.

Josef Bialek: Wir unternehmen auch viel mit den Enkelkindern.

Ihr Sohn ist jetzt sozusagen Ihr Chef. Stört Sie das?

Josef Bialek: Was er sagt, gilt. Da muss ich Respekt haben. Das ist nicht immer leicht, weil er auch sehr stur sein kann.

Marius Bialek: (grinst) Ich bin nur auf der Baustelle der Chef.

Wer von Ihnen hat das letzte Wort?

Marius Bialek: Beide. Wir sind uns oft einig. Aber: Theorie ist nicht gleich Praxis.

Josef Bialek: Es gibt mehrere Wege, die ans Ziel führen. Das lernt man erst mit der entsprechenden Erfahrung.

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