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Ortstermin: Der Kreisausschuss hat die Lerninseln begutachtet.

„Dieses Konzept funktioniert sehr gut“

Auf Lerninseln werden Realschüler zu starken Persönlichkeiten - zum Leid mancher Lehrer

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Bei den Schülern kommen die neuen Lerninseln in der Realschule sehr gut an. Die Lehrer sind allerdings nicht durchweg begeistert.

Geretsried – Die Sitzsäcke sind eingesessen: Seit September wird im Musenbau am Geretsrieder Schulzentrum mit Lerninseln gearbeitet. Die Osterferien nutzte der Schul- und Bauausschuss des Kreistags wie berichtet für einen Rundgang. Die stellvertretende Leiterin der Realschule, Christine Venus-Michel, zeigte sich dabei überzeugt von dem neuen Konzept.

Vier Klassenzimmer gehen vom sogenannten Marktplatz ab. Türen gibt es nicht. „So lernen die Schüler – und auch die Lehrer – gegenseitige Rücksichtnahme“, erklärte Venus-Michel den Kreisräten. Insgesamt fünf Klassen werden in dem bereits sanierten Bereich unterrichtet. Das funktioniert, da Sport, Kunst und Musik anderswo im Schulhaus stattfinden. Die anderen Unterrichtsstunden verbringen die Fünft- und Sechstklässler auf den Lerninseln. In den vier Klassenzimmern gibt es Tische und Stühle. Viele Aufgaben können die Mädchen und Buben aber auf den Sitzsäcken am Marktplatz, an den Fensterbänken oder auf den Teppichen erledigen. „Dieses Konzept funktioniert sehr gut, um starke Persönlichkeiten zu schaffen“, so Venus-Michel. Die Schüler würden dank des Konzepts sehr selbstständig.

Für die Lehrer bedeutet die neue Art des Unterrichts aber deutlich mehr Arbeit, gestand die Konrektorin. „Es wäre gelogen zu sagen, dass alle Juhu schreien.“ Etwa 80 Prozent des Kollegiums seien für die Umstellung gewesen, aktuell arbeiten 20 von 60 Lehrern in beiden Systemen. „Man muss mit Herzblut dahinter stehen“, so Venus-Michel. Es sei viel Arbeit, das Material vorzubereiten, man müsse sehr strukturiert arbeiten und dahinter her sein, dass alle Schüler die Regeln des Miteinanders einhalten.

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Für die Konrektorin sind die Lerninseln ein Gewinn. Bisher könne sie sagen, dass die Leistung steigt, das müsse aber noch über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. „Wäre es sinnvoll, die Lerninseln für alle Klassen zu haben?“, wollte Klaus Heilinglechner, Bürgermeister von Wolfratshausen, wissen. Ab der siebten Klasse werden die Schüler wieder frontal unterrichtet. Auch das müsse man beobachten, antwortete Venus-Michel. „Die Lerninseln sind nicht in jeder Klasse sinnvoll, aber in der zehnten wäre es zur Prüfungsvorbereitung super.“

Die Lerninseln waren im ersten Bauabschnitt der Generalsanierung des Schulzentrums fertiggestellt worden. Mit einem Budget von 1,4 Millionen Euro wurden zwischen Mai und September sechs Klassenzimmer im Musenbau aus dem Jahr 1992 entsprechend umgebaut.  sw

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