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Hand in Hand: Büchereileiter Björn Rodenwaldt und drei seiner Mitarbeiterinnen, Lara Kutscherenko, Steffi Füssel und Gudrun Knauss (v. li.).

Zum 20. Geburtstag

Stadtbücherei verjüngt sich

Geretsried - Zum 20-jährigen Bestehen erhält die Stadtbücherei eine Frischzellenkur. Das Angebot wird um einen Jugendraum erweitert, in dem es auch etwas lauter zugehen darf.

Schon beim Betreten des Eingangsbereichs sieht und riecht der Besucher: Hier ist alles neu. Die alten, nicht zusammenpassenden Tische mit Buchempfehlungen und die Garderobe sind weg, wodurch der Raum viel größer und heller wirkt. Der Teppich wurde ausgetauscht, und die Bücherei-Mitarbeiterinnen sitzen und stehen jetzt hinter einer modernen Theke aus hellem Holz.

Im Untergeschoss wird ein neuer Konferenzraum entstehen, den auch die Volkshochschule und Vereine nutzen können. Die Sachbuchabteilung wurde gründlich entrümpelt und mit filigranen Metallregalen ausgestattet. Demnächst werden noch Schilder geliefert, die an den Wänden auf die verschiedenen Gebiete wie Belletristik, Kriminalromane oder Kochbücher hinweisen sowie Präsentationsmöbel und ein Kaffee-Automat im Foyer.

„Frischen Wind“ in die Einrichtung zu bringen, hatte sich der neue Büchereileiter Björn Rodenwaldt bei seinem Dienstantritt im Oktober vergangenen Jahres vorgenommen. Und das war nicht zu viel versprochen. Die finanziellen Mittel, die die Stadt für die Renovierung bewilligt sind das eine. Die Ideen, die der 37-jährige Rheinländer hat, das andere.

So will der neue Leiter die Jugend stärker einbeziehen. Kinder bis 14 Jahre gehören zu den stärksten Besuchern der Bücherei, sagt Rodenwaldt. Doch ab diesem Alter höre die Lust am Lesen auf. Die Jugendlichen möchte der junge Familienvater trotzdem gerne einbinden. Für sie entsteht im Untergeschoss gerade ein durch Glaswände abgetrennter, etwa 50 Quadratmeter großer Raum mit PCs, Spielekonsolen, gemütlichen Sofas und einem Kickertisch. Eine moderne 3D-Brille der Firma Oculus-Rift ist das Highlight der jugendgerechten Ausstattung. „Die Jugendlichen sollen sich hier treffen und unterhalten können. Ich will keine Konkurrenz zum Saftladen schaffen – im Gegenteil, wir arbeiten gut zusammen. Wenn jemand auch mal zu einem Buch greift, freut mich das natürlich“, sagt Björn Rodenwaldt.

Der Stadtrat hat wie berichtet zugestimmt, dass Leser unter 18 Jahren künftig keinen Jahresbeitrag mehr bezahlen müssen. Vom Zielpublikum würde sich Rodenwaldt Anregungen wünschen, welche Play-Station- und anderen Spiele bei jungen Leuten gerade gefragt sind. Der Büchereileiter selbst kennt sich besser mit Brett- und Kartenspielen aus. Deshalb hat er bereits zu zwei öffentlichen Spieleabenden (jeden ersten Freitag im Monat ab 19 Uhr) eingeladen. Die Resonanz sei gar nicht schlecht gewesen für den Anfang, meint er. Gespielt wurden Skat, „Die Siedler von Catan“ und Rollenspiele aus dem Fantasy-Bereich.

Den 20. Geburtstag der Bücherei feiert das Team, bestehend aus Björn Rodenwaldt, Steffi Füssel, Gudrun Knauss, Cornelia Sternkopf, Lara Kutscherenko und Gerhard Brose am Freitag, 8. Juli. Das Fest beginnt um 14 Uhr mit Ansprachen. Ab 15 Uhr wird Jörg Steinleitner aus dem Kinderbuch „Juni im Blauen Land“ vorlesen und ab 17 Uhr aus dem Krimi „Sagt der Horst zum Scheich“. Rainer Rudloff, bekannt als „Herr der Stimmen“, liest ab 16 Uhr „Frech muss man sein“ für Kinder und ab 20 Uhr „On the Road“ für Jugendliche und Erwachsene. Zudem werden Cheerleader und Musikschüler aus Geretsried auftreten, es gibt ein kostenloses Buffet.

Tanja Lühr

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