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Erst mischen, dann messen:  Byk Gardner war eine von 32 Geretsrieder Firmen, die am Ausbildungstag ihre Tore öffneten und den Schülern ihre Arbeit näherbrachten. 

„Diese Chance müssen wir nutzen“

Ausbildungstag der Stadt Geretsried begeistert 450 Schüler

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Zum vierten Mal haben die Stadt und die Industriegemeinschaft Geretsried zum Ausbildungstag eingeladen. 450 Schüler aus fünf Schulen schnupperten Arbeitsluft.

Geretsried – Für Additive und Messinstrumente ist die Geretsrieder Firma Byk Gardner zuständig. Was das genau bedeutet, lernten 40 Schüler am Donnerstag beim Ausbildungstag „Berufswelt hautnah“, den die Stadt und die Industriegemeinschaft Geretsried (IGG) zum vierten Mal organisiert haben.

„Spannend“, fand Gymnasiastin Adriana Hopfauf, was sich hinter dieser abstrakten Produktbeschreibung verbirgt. Das Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern hatte sie sich ausgesucht, weil ihr Cousin dort arbeitet. „Ich war neugierig, was er in der Produktion alles macht.“ Der Rundgang durch die Werkstatt enttäuschte sie nicht: „Cool, dass hier mit Lacken für bekannte Automarken gearbeitet wird.“

Sinnvolles Schnupperangebot

Dabei ist der Betrieb, der zur Altana-Gruppe gehört, nicht nur Zulieferer für die Autoindustrie, sondern auch für Elektrogeräte, Möbel und Kosmetik. Sogar die NASA arbeitet im Weltraum mit einem Messgerät aus Geretsried, erklärte Kaufmännischer Leiter Günter Pillhofer in einer Präsentation vor einem Rundgang durch die Produktion und das Lager.

Beeindruckt waren Larissa Bachner und Franzsika Hawran unter anderem, weil die wertvollen Farbmessgeräte nicht von einer Maschine, sondern per Hand hergestellt werden. Da die beiden Neuntklässlerinnen noch nicht wissen, wo sie einmal arbeiten möchten, freuten sie sich über das Schnupperangebot: „Diese Chance mussten wir auf jeden Fall nutzen.“

Gute Möglichkeit, um Firmen in der Region kennenzulernen

Um den Jugendlichen die Berufsmöglichkeiten nach dem Schulabschluss zu veranschaulichen, berichteten ehemalige Lehrlinge von ihrer Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik, zum Industriekaufmann, Fachinformatiker, oder Elektroniker. Letzteres fand Johannes Schlickenrieder aus Ascholding besonders interessant. „Das war für mich wichtig, denn ich möchte Elektroniker werden“, so der 16-Jährige. Dasselbe sagte Miguel Pioker. Der Mittelschüler könnte sich gut vorstellen, sich bei der Firma zu bewerben. „Ohne den Ausbildungstag hätte ich von dem Unternehmen gar nichts gewusst“, gab er zu. Der Geretsrieder freute sich über „eine gute Möglichkeit, die Firmen in der Region kennenzulernen“.

In einem anschließenden Workshop durften sich die Jugendlichen austoben: Sie mischten Farben und bestimmten deren Nuancen und Werte mit Messinstrumenten. Der allgemeine Tenor: Verblüffend, was solche Geräte können.

Durchweg positive Rückmeldungen

Ausbildungsleiterin Heidrun von Kentzinsky und Edith Bartosch aus dem Personalbereich freuten sich über das rege Interesse der Schüler. „Die Bewerbungen sind – wie in allen Ausbildungsberufen – überschaubar“, sagte Bartosch. Von dem Angebot von IGG und Stadt profitierten daher beide Seiten. „Die Schüler lernen verschiedene Branchen kennen und knüpfen Kontakte.“ Im Gegenzug können die Unternehmen zeigen, was sie Berufseinsteigern bieten und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Die Wirtschaftsförderin der Stadt Geretsried, Annette Hilpert, stellte fest: „Das Projekt hat sehr gut funktioniert. Die Rückmeldungen von allen Teilnehmern – Betriebe, Schulen und Schüler – sind bisher durchweg positiv.“

Erstmals hatten Stadt und IGG 2014 zum Ausbildungstag eingeladen. Laut Bürgermeister Michael Müller ist die Initiative „Schnuppertag, Spaßmacher und Entscheidungshilfe“. Heuer öffneten 32 Betriebe ihre Tore, je zwei davon durften sich die 450 Schüler von Gymnasium, Mittel- und Realschule sowie der Montessori-Schule Dietramszell und der Mittelschule Königsdorf aussuchen.

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