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Ist die Verbindung zwischen den drei Städten im Landkreis zu schlecht? Um diese Fragen beantworten zu können, brauchen die Kreisräte erst weitere Fakten. 

Öffentlicher Nahverkehr

Ausschuss will erst Fakten sehen

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Sind die Busverbindungen zwischen Bad Tölz, Geretsried und Wolfratshausen nicht gut genug? Dieser Behauptung begegnet der Kreis-Infrastrukturausschuss mit Skepsis. Er will erst genauere Fakten sehen.

Bad Tölz-WolfratshausenEs war ein Wunsch, den die Grüne Jugend, aber auch der Geretsrieder Jugendrat aufgebracht hatte: Gefordert wurden bessere Busverbindungen zwischen den drei Städten Bad Tölz, Geretsried und Wolfratshausen. Die Grünen trugen den Antrag im Januar in den Kreisausschuss. Der verwies das Thema an den Infrastrukturausschuss. Bei dem stand der Punkt am Montag auf der Tagesordnung. Entschieden wurde allerdings nichts – mangels Grundlage, wie Johann Kunz bedauerte. Viele Fragen seien ungeklärt und müssten von den Initiatoren, sprich dem Jugendrat, konkretisiert werden. „Ich kann viel planen, aber wenn ich nicht weiß, zu welcher Tageszeit Busse gebraucht werden oder auf welcher Linie sie fahren sollen...“ Es gehe beispielsweise um die Frage, ob es reiche, in Geretsried ein, zwei Haltestellen anzubinden oder ob der Bus den kompletten Kurs durch die Stadt fahren müsse, so Kunz. „Außerdem müssen wir wissen, ob es wichtig ist, die S-Bahn mit anzubinden“, ergänzte Landrat Josef Niedermaier. „Wir brauchen erst einmal Butter bei die Fische.“ Kunz gab ihm Recht: „Ich würde jetzt ungern einen Planer mit der Vorgabe ,mach mal’ beauftragen. Der präsentiert uns dann ein Konzept für 500 000 Euro, das wir uns nicht leisten können.“

Manche Schulen kümmern sich nicht um das Thema Nahverkehr

Offenbar gehe es um mehr Busse zum Schulschluss der FOS/BOS beziehungsweise von Realschule und Gymnasium in Tölz, vermutete Kunz. Dass es die aber tatsächlich braucht, bezweifelt der ÖPNV-Experte aber. In der vergangenen Woche hatte sich Kunz extra zwei Mal mittags an die Haltestellen gestellt und die Lage beobachtet. „Kein einziger Bus war überfüllt“, sagte er mit Blick auf einen Kritikpunkt, der im Jugendrat aufgekommen war. Zudem gebe es für jeden Schulschluss in Tölz eine Anbindung. Allerdings nicht für die Montessori-Schule, merkte Nikolaus Mair (Grüne) an. Kunz trockene Antwort: „Die machen um 15.40 Uhr Schluss. Um 15.25 Uhr würde der Bus direkt vor ihrer Tür stehen. Es wäre schon hilfreich, wenn sich auch Schulen mal mit dem Thema ÖPNV beschäftigen würden.“

Auch einige Zahlen hatte er mitgebracht: 104 Jugendliche aus Wolfratshausen, Geretsried und vor allem Königsdorf besuchen Realschule und Gymnasium in Tölz. „Von der FOS/BOS habe ich leider keine Zahlen.“ Er wisse nicht, wie viele Schüler mit dem Bus kommen oder eben doch das Auto nehmen. Bevor nun über die zusätzlichen Busverbindungen zwischen den drei Städten entschieden wird, soll der Jugendrat seine Wünsche konkretisieren.

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