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Ausschuss will weitere Stromtankstellen für E-Autos schaffen

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Von: Susanne Weiß

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Laden beim Parken: Am Neuen Platz geht das.
Laden beim Parken: Am Neuen Platz geht das. © sh

In Geretsried könnte es mittelfristig weitere Möglichkeiten geben, Elektroautos auf öffentlichen Parkplätzen zu laden.

Geretsried – Der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrats hat in seiner jüngsten Sitzung die Verwaltung beauftragt, weitere Standorte für Stromtankstellen zu prüfen. Im nächsten Schritt sollen dem Gremium Kostenschätzungen vorgelegt werden.

Zehn öffentliche Lademöglichkeiten im Stadtgebiet

Aktuell gibt es in Geretsried an zehn Orten öffentliche Lademöglichkeiten für E-Autos. Vier davon betreiben die Stadt beziehungsweise die Stadtwerke, nämlich am Rathaus, an der Egerlandstraße, im Parkhaus des Hallenbads und am Neuen Platz. Die übrigen E-Tankstellen seien im gewerblichen Bereich zu finden, erläuterte Energiemanagerin Roswitha Foißner. Beispielsweise gebe es welche beim Autohaus Pennig, bei Pulcra, bei Autoteile Konrad und bei Aldi sowie Rossmann an der Sudetenstraße.

Parkplätze sollen aufgerüstet werden

Peter Curtius (Grüne) hatte im Frühjahr im Stadtrat angestoßen, zu überlegen, wie Geretsried Vorreiter sein und E-Mobilität fördern könne. Daraufhin erarbeitete der Arbeitskreis Klima & Verkehr eine Liste mit Vorschlägen für zusätzliche städtische Lademöglichkeiten. Diese segnete der Bau- und Umweltausschuss bei einer Gegenstimme von Arthur Wolfseher (SPD) ab. Wenn es möglich ist, sollen einige Parkplätze in der Geltinger Ortsmitte, am Eiscafé L’Arena, am Eisstadion, am Waldfriedhof, auf der Böhmwiese und in Stein aufgerüstet werden. „Überall, wo ein normaler Verteilerkasten steht, kann man fragen, ob genug Leistung vorhanden wäre“, erklärte Foißner. Auch über Schulen habe der Arbeitskreis diskutiert. „Wenn eine Ladesäule nicht immer zugänglich ist, gibt es allerdings nur die halbe Förderung“, gab die Energiemanagerin zu bedenken.

Apropos Förderung: Foißner schlug vor, die Standorte zu prüfen und bei Beschluss die nötigen Mittel im Haushalt einzuplanen. Werden dann Fördergelder freigegeben, könnte die Verwaltung direkt zuschlagen. Prinzipiell gebe es immer wieder Programme. „Wir müssen einfach dranbleiben.“ Für eine Wechselstrom-Ladestation müsse die Stadt mit 15.000 Euro rechnen. Die Wartungskosten liegen bei 600 Euro pro Jahr und Ladepunkt.

Keine Schnelllader im Stadtgebiet

Es werde immer wieder nach Schnellladesäulen, das heißt mit Gleichstrom, gefragt, berichtete Foißner. Davon gibt es im Stadtgebiet bislang keine, und die Kommune wird voraussichtlich keine bauen. Die Anschaffungskosten seien mit 130.000 Euro „nicht unbedingt unsere Preisklasse“, machte Foißner deutlich. Zudem könnten nicht alle Fahrzeugmodelle schnellladen. Und wenn doch, würden die Kosten fürs zügige Zapfen deutlich höher ausfallen. „Je schneller, desto teurer.“

Grundsätzlich müsse in Sachen Klimaschutz der Fokus auf der Vermeidung von Individualverkehr und Verlagerung auf Fuß, Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel liegen. „Aber hier im Außenbereich werden wir immer Individualverkehr haben“, so Foißner. Der Umstieg auf Elektromobilität habe unter anderem den Vorteil, dass CO2-Emissionen gesenkt werden und vor Ort weniger Schadstoffe und Lärm entstehen.

Um die Abkehr vom Verbrenner attraktiver zu machen, hatte Curtius auch eigene Fahrspuren für E-Autos vorgeschlagen. Jedoch „haben wir keine Straße mit mehreren Spuren, die keine Abbiegespuren sind“, so Foißner. Auch über Vergünstigungen beim Parken ließe sich etwas machen. Im Parkhaus sei es allerdings technisch nicht möglich, zu unterscheiden. Und im Zentrum „würden wir damit wieder mehr Verkehr anziehen“. Insofern seien Ladesäulen an öffentlich zugänglichen Plätzen ein gangbarer Weg, insbesondere wenn Menschen daheim keine Möglichkeit zum Laden haben.

Stationen besonders in Gewerbegebieten bei Arbeitgebern sinnvoll

Wichtig seien diese aber auch, betonte Dr. Sabine Gus-Mayer (CSU). „Wir müssen schauen, dass wir an Wohnungseigentümergemeinschaften und Hausbesitzer von Mehrfamilienhäusern herantreten“, sagte sie. Andreas Rottmüller (CSU) ergänzte, dass Stationen besonders in Gewerbegebieten bei Arbeitgebern sinnvoll wären. Das räumte Foißner ein, allerdings habe die Stadt hier keinen Einfluss. „Unser Teil, den wir beitragen können, sind ein paar mehr Ladesäulen.“

sw

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