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Schlesische Rathäuser stellt Dr. Gotthard Schneider im Geretsrieder Rathaus vor. 

Ausstellung über schlesische Rathäuser

Schlesien in Geretsried: „Fenster in die alte Heimat“

Rathäuser im Rathaus: Eine Ausstellung im Geretsrieder Rathaus zeitg solche aus Schlesien. Sie wurde vor Kurzem eröffnet.

Geretsried – „Das Rathaus ist immer der erste Anlaufpunkt in einer Stadt“, weiß Bürgermeister Michael Müller aus Erfahrung. Umso interessierter betrachtete er die acht Tafeln, die derzeit im Foyer seines Amtssitzes ausgestellt sind. Sie zeigen 38 Rathäuser aus dem ehemals deutschsprachigen Schlesien, das im heutigen Polen liegt.

Rudolf Maywald, Vorsitzender des Bezirksverbands der Schlesier, hat die Ausstellung nach Geretsried gebracht. Zusammen mit dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der schlesischen Landsmannschaft, Dr. Gotthard Schneider, erläuterte er den rund 20 Besuchern der Eröffnung die Bedeutung der Bauwerke. „Schlesien hat eine über 800-jährige deutsche Geschichte – das wissen heutzutage leider nicht mehr viele“, bedauerte Schneider und erklärte damit auch den Sinn der Ausstellung.

Als die deutschsprachigen Siedler im zwölften Jahrhundert in diese Region kamen, fanden sie eine unfreie Bevölkerung und einen dominanten Adel vor. Da die Neuankömmlinge jedoch vom Landesherrn mit Deutschem Recht ausgestattet waren, wurde den neuen Siedlungseinheiten das Selbstverwaltungsrecht zugestanden.

Es kam zu zahlreichen Städtegründungen und den Bau von Rathäusern, in denen sich auch gesellschaftliches Leben abspielte. „So gab es dort eine Markthalle mit einsprechenden Verkaufsständen“, berichtete Schneider. Über dieser Halle befand sich die Administration. Hier entschieden der Vogt oder der sogenannte Schulze mit den von Bürgern gewählten Schöffen über die Geschicke der Stadt und übten auch das Richteramt aus. „Im ersten Obergeschoss gab es meist einen Saal, in dem auch Bürgerfeste stattfanden“, ergänzte Maywald. Kein Wunder also, dass die Fassaden der Rathäuser später besonders schön im Renaissance- oder Barockstil gestaltet und zudem mit einem Wachturm ausgestattet wurden. „Der war meist höher als die Stadtmauer, um herannahende Feinde schon von Weitem erkennen zu können“, so Schneider.

Nach seinem Vortrag ließen sich die die größtenteils in Schlesien geborenen Besucher zusammen mit Anita Zwicknagl vom Kulturamt noch schlesisches Gebäck schmecken und schwelgten beim Anblick der Bilder in Kindheitserinnerungen. „Das ist ein Fenster in die alte Heimat“, erklärte Müller abschließend. „Ich wünsche der Ausstellung deshalb viele Besucher.“ Peter Herrmann

Info

Die Ausstellung „Schlesische Rathäuser“ ist noch bis zum 5. Mai im Foyer des Geretsrieder Rathauses zu stehen. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 7.30 bis 12.30 Uhr sowie zusätzlich Dienstag von 14 bis 16 Uhr und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr.

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