+
Zu vermieten: Das Autohaus Kern an der Elbestraße musste aus wirtschaftlichen Gründen schließen.

Aus für Traditionsbetrieb

Autohaus Kern muss schließen

  • schließen

Das Autohaus Kern an der Elbestraße war einst ein florierendes Unternehmen mit bis zu 40 Mitarbeitern. Doch das ist Vergangenheit. Jetzt ist der Traditionsbetrieb geschlossen. 

Geretsried - Das Autohaus Kern wurde 1930 durch Georg Kern in Hechendorf bei Murnau gegründet. 1968 folgte die Zweigstelle in Geretsried. Nächstes Jahr hätte man das 50-jährige Jubiläum gefeiert. Doch dazu kommt es nicht mehr. Vor allem aus wirtschaftlichen Gründen hat sich Georg Kern entschlossen, den Betrieb zu schließen. Er hatte im Dezember in dritter Generation die Geschäftsführung übernommen. „Dass wir schwarze Zahlen geschrieben haben, ist sehr lange her“, sagt er.

BMW hatte kein Interesse am Standort Geretsried

Die Probleme begannen 1999, als die BMW-Verantwortlichen mitteilten, dass sie kein Interesse mehr am Standort Geretsried haben. Das Thema Autoverkauf hatte sich damit erledigt, nur noch die Werkstatt blieb geöffnet. In ihr wurden weiter Servicearbeiten an Fahrzeugen von BMW erledigt. Der Umsatz ging allerdings stetig zurück. Zuletzt waren in der Geretsrieder Zweigstelle nur noch drei Mitarbeiter beschäftigt. „Autohäuser in der mittleren Größenordnung haben ein ernsthaftes Problem“, erläutert Kern. Auf der einen Seite können sie keine großen Mengen abnehmen und erhalten daher keinen Rabatt. Auf der anderen Seite entstehen Kosten wie in einem großen Unternehmen. „Überleben können nur die ganz Großen und die ganz Kleinen“, sagt Kern. „Alle mittendrin werden zerrieben.“ Hinzu kam die schwere Erkrankung von Geschäftsinhaber Albert Kern. Der 84-Jährige liegt seit einem halben Jahr im Krankenhaus. „Deshalb muss man schauen, wie es überhaupt bei uns weitergeht“, sagt Georg Kern. Aufgrund der schwierigen familiären Situation wird zum 30. Juni auch der Stammsitz in Murnau geschlossen. Nur die eigenständig betriebene Tankstelle soll bestehen bleiben.

Die Stadt wird einen Bebauungsplan aufstellen

Wie es mit dem etwa 1400 Quadratmeter großen Geschäftsräumen an der Elbestraße in Geretsried weitergeht, ist offen. Vorrangig werde ein neuer Mieter gesucht, sagt Kern. Noch gebe es aber keine Bewerber. Denkbar sei auch, dass das Gebäude abgerissen und das Gelände neu bebaut wird. „Das ist aber nur ein interner Gedanke, den wir noch nicht nach außen kommuniziert haben.“ Die Stadt jedenfalls hat ein waches Auge auf das Grundstück direkt am Ortseingang.  Es soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden, der laut Pressereferent Thomas Loibl die geordnete städtebauliche Entwicklung gewährleisten soll. Vor allem soll festgeschrieben werden, dass zentrenrelevanter Einzelhandel auf dem Grundstück unzulässig ist.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Dietramszell feiert ohne Ende
1200 Jahre: So lange gibt es Steingau und Erlach schon. Das ist ein guter Grund, um in Dietramszell nach dem Gaufest weiterzufeiern. 
Dietramszell feiert ohne Ende
Landkreis verbietet Bootfahren auf der Isar
Das Landratsamt hat eine Allgemeinverfügung erlassen, die das Bootfahren auf der Isar ab Samstag bis auf Weiteres verbietet. Es besteht Lebensgefahr.
Landkreis verbietet Bootfahren auf der Isar
Iloga: Drei Viertel der Standflächen sind schon vergeben
 Bis zur Eröffnung der Isar-Loisach-Gewerbeausstellung, kurz Iloga, im April nächsten Jahres fließt noch reichlich Wasser die Loisach hinunter. Doch Projektleiter …
Iloga: Drei Viertel der Standflächen sind schon vergeben
Einbruch am Neuen Platz: Juwelier ausgeräumt
Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro wurden in der Nacht auf Freitag bei einem Juwelier am Neuen Platz gestohlen. Mindestens zwei Einbrecher legten Wert auf …
Einbruch am Neuen Platz: Juwelier ausgeräumt

Kommentare