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Nette Geste zur Begrüßung: Kinder legten mit Pflastersteinen den Schriftzug "Hallo in Stein".

Projekt „Soziale Stadt“ bedarf der Nachbesserung

Bald erste Anwohner-Befragungen in Stein

Geretsried – Das von Bund und Ländern geförderte Projekt „Soziale Stadt“ bedarf der Nachbesserung. Am Johannisplatz und am Neuen Platz soll nach der baulichen Umgestaltung das Miteinander der Menschen gefördert werden. In Stein werden bald erste Anwohner-Befragungen stattfinden.

Zum zweiten Mal nahm Geretsried am Samstag am deutschlandweiten Tag der Städtebauförderung teil. Bei den Bürgern stieß die Veranstaltung mitten in den Pfingstferien jedoch kaum auf Interesse. War im vergangenen Jahr zur Einweihung des Neuen Platzes der Regierungspräsident der Regierung von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, zu Gast, so beehrte diesmal der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan (CSU) die Stadt. Bürgermeister Michael Müller, Andreas Porer und Jochen Sternkopf vom Bauamt sowie Dr. Rafael Stegen, Wirtschafts- und Sozialgeograf vom Planungsbüro Salm und Stegen, hatten zu einer Radtour vom Johannisplatz über den Neuen Platz einschließlich Künnekeweg bis nach Stein eingeladen.

Johannisplatz

Der umgestaltete Johannisplatz wurde 2011 eingeweiht. Die Betonarena in der Mitte ist einer Grünfläche mit Hecken, Bäumen und Bänken gewichen, der Durchfahrtsverkehr wurde durch Poller gestoppt. „Optisch eindeutig eine Verbesserung“, findet Andreas Porer vom Bauamt. Das Zusammenleben von Familien mit kleinen Kindern, von Jugendlichen und Senioren in dem Quartier klappt jedoch nicht reibungslos. Dr. Stegen sprach von einem Generationenkonflikt. Bürgermeister Michael Müller, selbst Anwohner, hat den Eindruck: „Man versucht, die Jugendlichen irgendwo an den Rand zu verbannen, damit sie nicht stören.“ Der Stadtrat und die Regierung von Oberbayern müssen nun entscheiden, ob sie weiteres Geld für Verbesserungsmaßnahmen im sozialen Bereich investieren wollen. Das Büro Salm und Stegen hat bereits Ideen, die aber zuerst dem Stadtrat vorgestellt werden sollen. Wichtig sei, so Andreas Porer, dass die Initiative für Aktionen von den Bewohnern selbst ausgehe. Die Stadt stelle dann ein Budget zur Verfügung.

Neuer Platz

Symbolischer Spatenstich: (v. re.) Vize-Bauamtsleiter Andreas Porer, Bürgermeister Michael Müller, Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan und Bauamtschef Jochen Sternkopf geben den Startschuss für den Umbau des Künnekewegs.

Die Anwohner haben die Gelegenheit nicht genutzt, den Verantwortlichen am Samstagmittag direkt ihre Wünsche und Anregungen zur Belebung des Neuen Platzes mitzuteilen. Auf Zetteln, die das Büro Salm und Stegen im Vorfeld ausgeteilt hatte, konnte man jedoch lesen, was gefällt und was nicht. Als positiv werden das Café Ole gewertet, der Brunnen und der Spielplatz. Negativ sind die fehlenden Geschäfte, das „optische Einheitsgrau“ und die „Bier trinkenden Männer“ auf dem Platz. Als zweiter Schritt zur Verschönerung des Viertels wird wie berichtet der Künnekeweg saniert. Den symbolischen ersten Spatenstich dafür nahmen Michael Müller und der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan vor. Der kleine Weg wird im Bereich der Kindertagesstätte und der Unterführung zum Neuen Platz hin verschmälert. Begegnungsverkehr werde aber noch möglich sein, versicherte Vize-Bauamtsleiter Porer einer besorgten Anwohnerin. In einem dritten Schritt will Michael Müller den Chamalières-Platz aufwerten und einen Übergang zur Sudetenstraße schaffen.

Stein

Das Ziel für Stein ist ein Bürgerhaus. Es soll auf dem städtischen Grundstück gebaut werden, auf dem jetzt der Jugendtreff Ein-Stein steht. Dieser müsste laut Rudi Mühlhans, Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit, aufgrund des großen Zulaufs dringend erweitert werden. Mit Hilfe des Europa-Programms „Actors of Urban Change“ werden demnächst sowohl die vielen ausländischen Bürger Steins als auch die Einheimischen zu ihren Wünschen befragt. Gleichzeitig sollen sie in der Fragebogen-Aktion über ihre Herkunft und Geschichte erzählen. Mit Mitteln aus dem Programm „Soziale Stadt“ könnte in Stein – im Gegensatz zu den zwei bisher geförderten Sanierungen am Johannisplatz und Neuen Platz – ein „kreatives Hochbauprojekt“ entstehen, sagte Porer, ein Treffpunkt für die rund 40 Nationalitäten des Ortsteils, ein Haus für Erwachsene neben dem bestehenden für Jugendliche. Die angesprochenen Erwachsenen waren jedoch nicht zu dem Nachmittag mit internationalem Buffet, Steinmetz-Aktion und Projektvorstellung gekommen.

von Tanja Lühr

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